Infos zum Ju-Jutsu Allkampf als Wettkampfform

 

Ju-Jutsu Allkampf ist eine Zweikampfdisziplin im Vollkontakt.

Er lehnt sich sehr stark am Ju-Jutsu-Prüfungsfach „freie Anwendung“ an. Im Vordergrund steht die Nähe zur Selbstverteidigung mit freier Wahl der möglichen Ju-Jutsu-Techniken und der Freiheit der Kampfgestaltung.

Wie in allen Wettkampfdisziplinen des Ju-Jutsu sind reine Selbstverteidigungstechniken, insbesondere solche für die Anwendung im Bereich Notwehr/ Nothilfe, aufgrund ihrer Gefährlichkeit verboten. Das heißt u.a. keine Fingerstiche, Genickdrehhebel, Beindrehhebel, Finger- oder Zehenhebel, Angriffe gegen den Kehlkopf, Unterleib, Augen oder Wirbelsäule.

Darüber hinaus wird in der Anwendung der Ju-Jutsu-Techniken differenziert, so dass z.B. ein Kniehebel kontrolliert als Strecker am Boden erlaubt, im Stand aufgrund der höheren Geschwindigkeit jedoch verboten ist.

In Anlehnung an die Ju-Jutsu-Selbstverteidigung jedoch erlaubt sind:

 

  • Lowkicks zum Oberschenkel, ohne Nähe zum Knie,
  • Halten und Schlagen bzw. Treten zur Wurfvorbereitung oder deren Verhinderung,
  • Bodenkampf mit Atemieinsatz, Knie- und Ellbogentechniken zum Körper sowie
  • die Freiheit der Gestaltung bzw. der Gewichtung der Bereiche Stand, Wurf und Boden.

 

Mit seinen klaren Regeln, Wertungen und Kampfrichteranweisungen ist der Ju-Jutsu-Allkampf kontrolliert und einfach in der Anwendung. Es gilt Vollkontakt zu Oberschenkel und Körper, Leichtkontakt zum Kopf.

Mit schnellen und durchaus harten Sanktionen, z.B. bei taktischer Mattenflucht am Boden (Herausrobben), bei unkontrollierten Atemi („ungesehen schlagen“ oder Lowkick in falscher Höhe) bleibt der Ju-Jutsu-Allkampf sportlich fair und gleichzeitig realitätsbezogen.

Im Wettkampf erlangt der Kämpfer nur auf klare Treffer, nicht auf leichtes Berührung eine Punktewertung. Ein Körper-K.O., mit Anzählen durch den Kampfrichter ist eines der Ziele. Die höchste Punktewertung erlangt der Kämpfer mit einem Fußtreffer zum Kopf.

Wurftechniken werden in zwei Wertungen unterteilt. Ein hoher und erkennbarer Wurf erlangt eine höhere Wertung als ein flaches Zu-Boden-Bringen.

Halten am Boden plus Atemi (Schlagen und Treten) ist erlaubt. Am Boden sind Atemi weiterhin erlaubt. Das Hauptziel am Boden ist längeres Halten oder K.O. durch Treffer, Abhebeln oder Abwürgen.

Sollte der Kontrahent trotz finaler Ausführung dieser Techniken nicht abklopfen, um nicht durch Aufgabe zu verlieren, greifen die Kampfrichter hier zum Schutz des Kämpfers ein und sprechen einen K.O. aus.

Den Kämpfern werden keine Inhalte oder Taktiken vorgeschrieben, wie sie ihren Kampf gestalten. Ein Kampf kann also mehr aus Stand-, Wurf- oder Bodentechniken bestehen.

Die Kämpfer treten in Gewichtsklassen und nach Geschlecht getrennt gegeneinander an.

Es werden Schützer an Händen, Schienbein und Spann, Unterleib (Männer) und ein Zahnschutz getragen.

Drei Kampfrichter, bestehend aus leitendem Hauptkampfrichter und zwei wertenden Seitenkampfrichtern sorgen für die Wertungen und Einhaltung der Etikette. Die Seitenkampfrichter wechseln in der Pause die Seite und somit den Kämpfer, den sie bewerten. Es gibt zwei Runden mit einer Kampfzeit von je 2 Minuten im Regelfall.

Bei der Jugend werden die benannten Regeln und vor allem die Verbote hinsichtlich der Intensität und Anwendung der Ju-Jutsu-Techniken im Hinblick auf den Schutz der jugendlichen Kämpfer leicht geändert.

Text: Stefan Frommann (allkampf-technik@djjv.de)  

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