Berichte International

Jugendaustausch Znamjanka 2012

Mit der Ukraine pflegt die Jugend im DJJV seit Jahren freundschaftliche Verbindungen. Es finden regelmäßig Fachkräfteaustauschmaßnahmen im In- und Ausland statt. Darüber hinaus sind Referenten beider Länder gern gesehene Gäste bei nationalen Maßnahmen, wie beispielsweise dem Bundeseminar. Darüber hinaus fanden bisher 3 Jugendaustauschmaßnahmen in der Ukraine statt – einmal in Kiew, einmal auf der Krim und einmal am Dnepr bei Znamjanka. Damit Ihr einen Eindruck erhaltet, was man alles bei einer Jugendaustauschmaßnahme erleben kann findet Ihr nun hier den Bericht zur letzten Austauschmaßnahme 2012.

09.07.2012- das Abenteuer dt./ukr. Jugendaustausch konnte starten. Wie bei vielen Internationalen Maßnahmen üblich, wussten wir zwar über einen groben Ablauf des Austausches Bescheid, konnten aber sicher sein, das noch die ein oder andere Überraschung für uns bereit gehalten wurde und kurzfristige Änderungen häufig vorkommen können.  Fragen bezüglich des Ablaufs oder anderer Dinge wurden von der deutschen Leitung stets mit einem: „Die Antwort lautet: Ja!“ kommentiert. Eine spannende Woche war also zu erwarten.

Nachdem alle deutschen Teilnehmer in Kiew eingeflogen waren, nahmen wir nach einem reichhaltigen, landesüblichen Mittagessen den Zug Richtung Znamjanka. In der Kleinstadt im Südosten der Ukraine erwarteten uns 14 jugendliche Ju-Jutsu-Ka sowie deren Trainer und Betreuer. Nach einem kurzen Aufenthalt im Dojo des ansässigen Vereins fuhren wir mit Autos und Bussen zu unserer Bleibe, wo uns  5 erlebnisreiche Tage in der Region Oblast erwarteten.

Die „Tourist-Base: blauen Bucht“, welche wir beim Vorbereitungstreffen des Austausches im April schon einmal vorab besichtigte, liegt in einem Waldstück, direkt am Dnepr, dem Fluss der die Ukraine durchquert.  Die einfach ausgestatteten Hütten bildeten das Feriendorf mit der Küche und einem Essplatz für alle in der Mitte. Einfache sanitäre Anlagen in Form von Plumpsklo und „Open-Air-Dusche“ ließen ein wenig „Extreme-Camping-Feeling“ aufkommen. Doch das sollte dem Austausch keinen Abbruch tun.

Bei knapp 25 Grad kamen wir am späten Abend in dem Ferienlager an und bezogen die Hütten. Eine erste Überraschung hielten die Besitzer der Anlage für uns auch schon bereit. Der Strom war ausgefallen und somit gab es vorerst weder Licht, noch fließend Wasser.  Dennoch waren alle bester Laune und der Abend konnte nach einem späten Abendessen gemütlich ausklingen.  Nach einer kurzen und sehr warmen ersten Nacht in unserer Bleibe, begann der zweite Tag mit einem „Morningexercise“, bei uns auch „Frühsport“ genannt, und dem ersten Bad im Dnepr. Es folgte ein reichhaltiges ukrainisches Frühstück welches uns für den Tag wappnete. Der Austausch wurde von ukrainischer und deutscher Seite offiziell eröffnet und mit einem ukrainischen ersten Training konnte begonnen werden. Wie an jedem Tag war um 12.00 „Lunch-Time“.  Das gute Wetter und die Sonne luden anschließend zu einem kleinen Sonnenbad ein, welches von einem gemeinschaftlichen Beachvolleyballspiel abgerundet wurde. Nach dem Abendessen wanderten die deutschen Teilnehmer zu einer benachbarten „Tourist-Base“ um eine kalte, aber sehr erfrischende und angenehme Dusche nehmen zu können. Der Tag endete mit einem gemütlichen Lagerfeuer und Gitarrenmusik.

Der dritte Tag unseres Aufenthaltes lag in ukrainischer Hand. Sprachanimation, traditionell ukrainisches Essen, ukrainische Lieder und Spiele füllten diesen Tag. Auch ein Fußballspiel für die männlichen Teilnehmer fand an diesem Tag statt. Am Abend tobte dann ein Gewitter über uns und ließ uns den Abend gemeinsam bei Spielen und Gesprächen ausklingen. Das Highlight des Tages: Die Stromversorgung der Anlage und das damit verbundene fließende Wasser konnte wiederhergestellt werden.

Auf den ukrainischen Tag musste dann natürlich auch ein deutscher Tag folgen. Nach dem morgendlichen „Exercise“ begaben sich alle wie gewohnt zum Frühstück. Dabei führten wir direkt eine neue Sitte ein- den Küchendienst. Bisher hatte jeder sein eigenes Geschirr nach jeder Mahlzeit abgespült. Nun bildeten wir Gruppen für die jeweiligen Mahlzeiten und diese mussten sowohl den Abwasch als auch den Tischdienst erledigen. Auch der deutsche Tag war am Vormittag von Sprachanimation geprägt. Verschiedene Spiele im Zusammenhang mit der deutschen Sprache wie Twister und 10er- Ball rundeten den Vormittag ab. Einzelne der deutschen Teilnehmer kümmerten sich zeitgleich um ein deutsches Abendessen. Nach dem Mittagessen waren die Duschgelegenheiten der „Tourist-Base“ wieder nutzbar und somit war vor allem die weibliche Fraktion der Teilnehmer in der Mittagspause damit beschäftigt, ausgiebig zu duschen. Natürlich kalt, doch das erschien uns bei den sommerlichen Temperaturen eher nebensächlich. Am Nachmittag spielte die gesamte Gruppe vor allem deutsche Gesellschaftsspiele, wie zum Beispiel Karten- oder Würfelspiele. Auch die Abendessensvorbereitungen liefen weiter auf Hochtouren, damit am Abend 100 Kartoffeln zu einem delikaten Kartoffelsalat verarbeitet waren und mit Würstchen und ein wenig deutschem Bier serviert werden konnten. Ein Lagerfeuer konnte an diesem Abend ebenfalls wieder stattfinden.

Der Freitag war nicht nur der letzte Tag in der Tourist-Base, sondern auch der Tag, an dem sowohl ukrainisches als auch deutsches Training stattfand und noch einmal viel Zeit vorhanden war, um in der Sonne zu entspannen und das ein oder andere Bad im Dnepr zu nehmen. Das ukrainische Training war geprägt von Schlag- und Tritttechniken sowie Kombinationen. Das deutsche Training fand als Zirkeltraining statt. Stock- und Messerabwehr standen hier im Vordergrund. Am letzten Abend gab es dann ein traditionelles ukrainisches Schaschlik auf dem offenen Feuer. In gemütlicher Runde konnte der Abend ausklingen. Auch die jeweiligen Gastgeschenke wurden übergeben. 

Am Samstagmorgen um 10.00 Uhr war es dann soweit. Wir mussten uns von unserer Bleibe verabschieden und fuhren zurück nach Znamjanka, wo wir noch eine Führung durch die Stadt und das Stadtmuseum genossen. Abschließend durften wir in eine traditionelle ukrainische Sauna (Banja) genießen, welche direkt an einem See gelegen war. Um 19.50 Uhr verließ unser Zug die Kleinstadt um uns in die Metropole Kiew zu bringen. Der Abschied von unseren alten und auch neuen Freunden fiel nicht leicht, aber ein baldiges Wiedersehen ist von ukrainischer sowie deutscher Seite sehr erwünscht. Tolle und vor allem erlebnisreiche Tage gingen zu Ende und ließen ein wenig Wehmut aufkommen. In Kiew wurden wir wie gewohnt von Victor Malyotenko erwartet. Nach einem kurzen Einkauf fuhren wir dann in  ein Appartement, in welchem wir mit der Gruppe untergebracht waren. Der Sonntag war geprägt von Kultur, Sightseeing und Shopping in Kiew „Down-Town“ sowie einem guten Mittagessen und ausgiebigem Schwimmen im Hydro Park, welcher direkt am Dnepr liegt. Auch hier hatten wir reichlich Kontakt zu Ukrainern und spielten gemeinsam im Wasser. Am Abend wurde dann noch das Geburtstagskind der Reise gefeiert sodass sich am nächsten Morgen alle müde auf den Weg nach Deutschland machten...

Sollte man ein Resümee des deutsch/ ukrainischen Jugendaustausches 2012 ziehen kann man wohl sagen, dass es vor allem für die deutschen Teilnehmer erlebnisreiche Tage waren, welche die Erfahrungen jedes Einzelnen prägten. Im Austausch mit den ukrainischen Jugendlichen erfuhren wir eine ganz neue und andere Welt, in der Menschen wie du und ich leben. Viele Dinge, die wir in unserem Alltag als selbstverständlich ansehen, sind für unsere ukrainischen Freunde von großer Besonderheit. Über genau diese Erfahrungen wurde auf deutscher Seite viel gesprochen und vor allem darüber nachgedacht, wie gut es uns allen doch geht. Eindrücke, die wohl keiner von uns vergessen wird und uns  zu weiterem Nachdenken anregen werden. In diesem Sinne lautet die Antwort für einen weiteren Austausch eindeutig: „JA!“.

Der deutsch/ukrainische Jugendaustausch 2012 der Jugend im DJJV wird über die Deutsche Sportjugend aus den Mitteln des Kinder- und Jugendplans vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (www.bmfsfj.de) gefördert.

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