DOSB - Broschüre "Gegen sexualisierte Gewalt im Erwachsenensport!"

Bundesweites Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Gewalt gegen Frauen gehört in Deutschland leider zum Alltag. 40 Prozent sind schon einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden. Nur rund 20 Prozent der betroffenen Frauen finden tatsächlich den Weg zu den zahlreichen qualifizierten Beratungs- und Unterstützungsangeboten. An dieser Stelle setzt das neue am 7. März 2013 gestartete bundesweite Hilfetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit seinem Rund-um-die-Uhr-Angebot an.

Unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 ist das Hilfetelefon jederzeit erreichbar. Kompetente Ansprechpartnerinnen stehen betroffenen Frauen bei allen Fragen zur Seite. Auf Wunsch werden Hilfesuchende an Unterstützungseinrichtungen vor Ort weitervermittelt. Das Hilfetelefon berät zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und andere Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden.

Als ortsunabhängige und bei Bedarf mehrsprachige 24-Stunden-Beratung schließt das neue Angebot die Lücke im Netzwerk der Unterstützungseinrichtungen. Frauen finden mit dem Hilfetelefon leichter den Weg zu den ausdifferenzierten und qualifizierten Beratungs- und Schutzeinrichtungen vor Ort. Auf www.hilfetelefon.de  können Frauen auch über eine gesicherte, anonyme und barrierefreie Online-Verbindung Kontakt zu den Beraterinnen aufnehmen.

Stalking - eine Straftat

Täter riskieren jahrelange Freiheitsstrafen

Die erste Hürde war bereits genommen: Ende des Jahres 2006 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz gegen Stalking – das beharrliche Nachstellen – beschlossen. Am 16.02.07 hat auch der Bundesrat dem Gesetz zugestimmt. Seit dem 01.04.07 gilt das Gesetz überall in Deutschland.

Mit dem neuen Straftatbestand Stalking (Nachstellen) im § 238 des Strafgesetzbuches (StGB) wurde endlich einer von vielen Opfern lange erwarteten und vor allem vom WEISSEN RING geforderten gesetzlichen Regelung entsprochen.

 

  • Wer einem Menschen unbefugt nachstellt, indem er beharrlich seine räumliche Nähe aufsucht, Kontakt herzustellen versucht, ob mit Telekommunikationsmitteln oder auch über Dritte, Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen aufgibt, ihn bedroht oder anderweitig in seiner Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren rechnen.

  • Geht das Stalking so weit, dass die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitschädigung eintritt, erhöht sich das Strafmass auf bis zu 5 Jahre.

  • Beim Tod des Opfers oder einer nahe stehenden Person können bis zu 10 Jahre verhängt werden.

  • In die Strafprozessordnung (STPO) wird auch eine spezielle Form der Untersuchungshaft aufgenommen. Ist ein Beschuldigter wiederholt des Stalkings verdächtigt, kann er allein schon deshalb in Untersuchungshaft genommen werden.

 

Insbesondere der WEISSE RING begrüßt, dass die Stalking-Opfer damit die Möglich-keit erhalten, bereits zu einem frühen Zeitpunkt effektiveren Schutz durch die Mittel des Strafrechts zu bekommen, denn bisher war das Nachstellen nicht in allen seinen Facetten strafrechtlich erfasst.

Die Formen des Stalking sind vielfältig. Viele Opfer werden von ihren Verfolgern rund um die Uhr mit Telefonterror überzogen. In anderen Fällen bombardiert der Täter das Opfer ständig mit eMails oder bestellt bei Versandhäusern Waren in dessen Namen. 80 % der Verfolgten sind weiblich und es sind bei weitem nicht nur Prominente. Bei den Tätern handelt es sich oftmals um verschmähte Liebhaber, die aus einer Mischung aus Fanatismus und Eifersucht handeln. Anfangs war man der Auffassung, dass das erst 2002 erlassene Gewaltschutzgesetz zum Schutz vor Stalking ausrei-che, doch das erwies sich bereits kurze Zeit nach der Einführung als Irrtum. Das Bundeskriminalamt (BKA) und die LKA waren übereinstimmend der Ansicht, Stalking werde in Deutschland nicht ausreichend oder zu spät verfolgt. Also wurde das Gesetz gegen Stalking geschaffen, das seit dem 01.04.07 überall in Deutschland gilt.

Gewaltschutz - Männer, die prügeln, müssen gehen!

Gewaltschutzgesetz seit dem 01.01.02

Endlich ist es geschafft! Seit dem 01.01.02 gilt das neue Gewaltschutzgesetz. Nach diesem Gesetz ist es möglich, bei häuslichen Gewalttaten wirksame Schutzanordnungen gegen den Täter zu treffen, in dem er z. B. zeitlich befristet aus der Wohnung gewiesen wird, ihm verboten wird, sich der Wohnung oder der Betroffenen zu nähern, sie anzurufen (Telefonterror) oder sie anders zu belästigen.

Jeder weiß, das beste Gesetz nutzt nichts, wenn es in der Praxis nicht oder nicht richtig angewendet wird. Dabei ist zum Schutz der Opfer ein schnelles Eingreifen der Polizei bei häuslichen Gewalttaten unabdingbar. Einige Bundesländer haben bereits ihre Polizeigesetze entsprechend geändert oder sind dabei, dies zu tun, um die Woh-nungsverweisung durch die Polizei ausdrücklich zu regeln. Ein gutes Funktionieren der gesetzlichen Regelungen in der Praxis erfordert entsprechende Aus- und Fortbildungsmaßnahmen bei der Polizei, bei der Justiz, bei den Frauen-Beratungsstellen und bei den Frauenhäusern. Diese sind inzwischen angelaufen bzw. werden in Kürze anlaufen.

Leider gibt es aber auch Länder, die ihre Polizeigesetze – aus welchen Gründen auch immer – nicht ändern wollen. An diese appellierte die Bundesjustizministerin, von den bestehenden polizeirechtlichen Möglichkeiten Gebrauch zu machen und bei häuslichen Gewalttaten verstärkt Wohnungsverweisungen auszusprechen.

Die endgültige Entscheidung über wirksame Gewaltschutzmaßnahmen treffen selbst-verständlich die Zivilgerichte, ggf. auch in Eilverfahren. Übrigens ist die Verweisung des Täters nicht mehr auf die eheliche Wohnung beschränkt, sonder gilt für alle auf Dauer angelegten häuslichen Gemeinschaften.

Doch die Wohnungszuweisung an die Frau allein ist wirkungslos. Als flankierende Maßnahme müssen die Opfer auf die Beratungsangebote hingewiesen werden. Die Polizeibeamten sollten ihnen nahe legen, die Angebote auch anzunehmen. Es wäre schön, wenn die Anschrift des Opfers der jeweiligen Beratungsstelle weiter gegeben würde. In Nordrhein-Westfalen wurde das im Polizeigesetz – im Dezember 2001 verabschiedet – bereits entsprechend umgesetzt.

In Baden-Württemberg läuft seit Mitte 2001 in 65 Kommunen ein zweijähjriger Modellversuch. In Reutlingen z. B. ist das Modell mit intensiver Beratung gekoppelt. 14 Schlägern zeigte die Polizei dort in den ersten 5 Monaten die Rote Karte, zu-nächst für 24 Stunden. In dem Beratungsgespräch wird u. a. auch geklärt, ob das Opfer eine Verlängerung des Platzverweises über die ersten 24 Stunden hinaus wünscht.

Weil der Weg heraus aus der Gewalt, die oft schon seit Jahren andauert, sehr schwer ist, ist die Beratung und Unterstützung so dringend und umfassend notwendig.

Weisser Ring

Menschlicher Beistand für Opfer von Gewalttaten

Bedroht, überfallen, beraubt, misshandelt, sexuell missbraucht oder gar getötet. Bei jährlich mehr als 6 Millionen registrierten Straftaten liegen insbesondere Gewaltkriminalität und Rohheitsdelikte auf einem hohen Niveau (rund 800.000 Fälle im Jahr). Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen meist nur das Tatgeschehen, der Täter, seine Verfolgung und Verurteilung.

 

  • An die betroffenen Opfer und ihre Situation nach der Tat wird immer noch zu wenig gedacht! Wer Opfer einer Straftat geworden ist, weiß oft nicht, wie es weitergehen soll. Aufgrund körperlicher Schäden, wirtschaftlicher Verluste und nahezu immer auch see-lischer Verletzungen haben viele Betroffene die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in ein wenigstens einigermaßen normales Leben bereits aufgegeben.

 

Was jetzt zählt, ist schnelle unkonventionelle Hilfe, damit die Folgen der Tat so erträglich wie möglich werden.

Diese Hilfe leistet der WEISSE RING, schnell, kompetent, zuverlässig und im persönlichen Kontakt mit den Betroffenen und/oder Angehörigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WEISSEN RINGS (WR) sind oft die ersten Menschen, die sich um die Kriminalitätsopfer kümmern und mit denen die Betroffenen über ihre Probleme sprechen können. Meist sind neben körperlichen und materiellen Schäden auch psychische Belastungen ursächliche Folgen der Straftat.

Schon ein Telefongespräch, ein Besuch am Krankenbett, die Hilfestellung bei Behördengängen – einfach das Gefühl, als Opfer einer Straftat nicht „vergessen“ zu sein, können den Betroffenen wieder Mut und neue Hoffnung geben.

 

  • Die immaterielle Hilfe ist somit das wichtigste Element der Opferarbeit des WR. Das Hilfsangebot reicht von menschlichem Beistand, persönlicher Betreuung, Unterstützung im Umgang mit Behörden über Begleitung zu Gerichtsterminen bis zur Opferzeugenbetreuung, in vielen Fällen sogar mit finanziellen Zuwendungen zur Überbrückung tatbedingter Notlagen. Zudem gewährt der WR den Opfern Rechtsschutz zur Wahrung ihrer Persönlichkeitsrechte in Strafverfahren und bei der Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Opfer-Entschädigungsgesetz (OEG).

 

Opfer, denen der WR seine Hilfe anbietet, zeigen sich oft überrascht davon, dass sich über-haupt jemand um sie kümmert. In ihrer Not und Verbitterung hatten sie die Hoffnung vielfach schon aufgegeben. Umso dankbarer sind sie für die unterwartete Hilfe. Neben der direkten persönlichen Unterstützung leistet der WR somit auch einen wichtigen Beitrag zum Rechtsfrieden.

Der WR tritt auch öffentlich für die berechtigten Belange der Kriminalitätsopfer ein. So fordert er u. a. eine Verbesserung der rechtlichen und der sozialen Situation der Geschädigten sowohl bei der staatlichen Opferentschädigung als auch beim Opferschutz. Zugleich unterstützt er die Vorbeugung sowie die Projekte des Täter-Opfer-Ausgleichs und der Schadenswiedergutmachung. Hier hat der WR ein ganz neues Beratungsangebot für die Opfer geschaffen: die kostenlose Spurensicherung. Opfer von Gewalt leiden nicht nur unter den körperlichen Folgen der Straftat. Psychisch Schwerbelastete können sich aus persönlichen Gründen oft nicht sofort zu einer Strafanzeige entschließen.

Die Spurensicherung zur Beweisführung im Strafprozess erfolgt jedoch üblicherweise erst im Auftrag der Polizei oder Staatsanwaltschaft nach einer Strafanzeige. Dieses Problem hat der WR mit einem neuen Beratungsscheck „Kostenlose Spurensicherung“, d. h. das Opfer kann eine kostenlose Untersuchung, die Sicherung der Gewaltspuren und eine gerichtsverwertbare Dokumentation in Anspruch nehmen. Damit kann das Opfer auch noch zu einem späteren Zeitpunkt die Strafverfolgung einleiten.

Die Untersuchung unterstützt darüber hinaus auch die Beweisführung in einem Antragsver-fahren nach dem Opfer-Entschädigungsgesetz, die ohne Strafurteil schwierig sein kann. Ohne rechtzeitige Dokumentation der Gewaltspuren wären erforderliche Nachweise einer Gewalttat unwiederbringlich verloren. Hier setzt der neue Hilfescheck des WR an. Im Netzwerk der Unterstützung für die Opfer nimmt der Verein damit auch seine spezielle Lotsenfunktion wahr. Opfer und ihre Angehörigen erhalten persönlichen Beistand und können zur Untersuchungsstelle begleitet werden.

Um die Abrechnung kümmert sich der WR. In der Pflicht sieht der WR dabei den Staat. Bis dahin schließt der Verein die Lücke, damit den Opfern keine Nachteile entstehen, weil die staatlichen Regelungen zu lange auf sich warten lassen. Ziel ist, die rechtsmedizinische Untersuchung als flächendeckende und für das Opfer kostenfreie Versorgung staatlicherseits möglich zu machen.

Alle 30 rechtsmedizinischen Institute in Deutschland haben dem WR ihre Unterstützung zugesagt. Eine solche Spurensicherung ohne Einschaltung der Ermittlungsbehörden ist notwendiger Bestandteil der Rechtspflege, die auch angemessene Berücksichtigung von Opferbelangen mit einschließt.

  • Weitere Informationen unter www.weisser-ring.de
  • Kennst Du die neue Rufnummer des WEISSEN RINGES?  116 006

 

 

  • Internationale Jiu-Jitsu Federation
  • Worldgames
  • Deutscher Olympischer Sportbund
  • Interessengemeinschaft Nicht-Olympischer Verbände
  • Deutsche Sportjugend
  • Nationale Anti-Doping-Agentur
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend