Mega Event / Traditionslehrgang 2.0 in Hamburg vom 15.09.2018

Von: Andreas Lehmann | 20.09.2018

Mit ausreichendem Vorlauf auf direktem Kurs zu meinem Heimdojo stellte ich schnell fest: es wird voll werden. Ja, es mögen auch ein paar Polizisten in der Carl-Cohn-Straße geparkt haben, aber es war dennoch sehr voll. Nun ja, was soll’s, Parkplatz suchen, Sachen zum Dojo schleppen und los geht’s.

 

Kleiner Spoiler an der Stelle: 75 Erwachsene und 97 Kinder müssen eben irgendwo parken…also vornehmlich die Erwachsenen.

 

Die Kinder wurden direkt in die Sporthalle umgeleitet, wo die Eltern direkt auf dem Weg ein Stück Kuchen und einen Kaffee kaufen konnten. Und an der Stelle biegt auch die Berichterstattung ab. Hier weiterlesen für das Megaevent der Erwachsenen. Für das Mega Event der Kinder wird es einen separaten Bericht geben.

 

Was ist eigentlich dieses Mega Event oder auch der Traditionslehrgang 2.0?

Grob gesagt: das Lehrteam stellt sich geschlossen vor, in dem jeder Referent seine Lieblingstechnik zeigt.

 

Nachdem sich das Lehrteam kurz vorgestellt hat, obwohl, das können wir hier auch noch mal schnell machen, in der Reihenfolge, wie sie beim Angrüßen standen:

  • Jens Keckstein (6. Dan JJ, Präsident Breitensport),
  • Michael Richter (7. Dan Ju-Jutsu, Ehrenpräsident),
  • Fatma Keckstein (4. Dan Ju-Jutsu, Frauenbeauftragte),
  • Alexandra Twes (1. Dan Ju-Jutsu, Prüfungsreferentin),
  • Stephan Mensing (5. Dan Ju-Jutsu),
  • Ralf Sürig (2. Dan Ju-Jutsu),
  • Nele Groß (3. Dan Ju-Jutsu) und
  • Olaf Bertram, (5. Dan JJ, Teil des Lehrteams)

übernahm Michael die ganze Gruppe zum Aufwärmen.

Noch zwei Worte zum Lehrteam, erstens waren bei den Erwachsenen nur 8/10, Philip und Sergej waren bei den Kindern und beachtet bitte dass die Referenten z.T. noch weitere Aufgaben und weitere Graduierungen in anderen Budosportarten haben.

 

So, zurück zum ersten Akt mit Michael. Michael machte uns kurz und knackig warm, um danach kurze und knackige Techniken gegen den Klassiker unter den Angriffen, den Schwinger, zu zeigen. Und ehe man sich versah, war dieser erste Block auch schon vorbei und die Gruppe wurde aufgeteilt in Anfänger und Fortgeschrittene. Ich schreibe jetzt aus Sicht der Fortgeschrittenen weiter. Die Reihenfolge der Referenten wich demnach voneinander ab, die wesentlichen Inhalte waren aber die gleichen in beiden Gruppen.

 

Bei uns machte Fatma weiter und zeigte uns zusammen mit Alexandra, wie man sich neben einem einfachen Passivblock wirkungsvoll gegen Schläge zum Kopf schützt. Dafür kam der „Three Point Cover“ zum Einsatz, ein Passivblock, der durch den anderen Arm verstärkt wird und so noch besser und umfänglicher den Kopf schützt. Nachdem das Grundgerüst klar war, zeigte uns Fatma, wie man damit in den Angreifer „reingeht“, um den „Kampf“ für sich zu entscheiden. Und auch hier: ehe man sich versah, kam Jens und deutete das Ende dieser Session an.

 

Die nächste Session setzte voraus, dass wir uns schnell die Pratzen holten, die schon von den Anfängern vorgewärmt waren. Ralf zeigte uns dann auch ohne weitere Verzögerung mit Nele, wie wir mit einfachen Kombinationen und überschaubarer Beinarbeit an den Gegner kamen. Und in Abhängigkeit zu dessen „Gegenwehr“ wurde dann entweder getreten oder in den Nahkampf übergegangen. Auch diese Session war extrem kurzweilig und unterhaltsam.

 

Mit Alexandra war das kurze und knackige Programm, also zum „Bearbeiten“ des Gegners vorerst vorbei. Alexandra zeigte uns zusammen mit Fatma, wie man einen Außendrehwurf vorbereitet, ihn ausführt und anschließend den verdutzten Partner am Boden festlegt. Das war ein deutlicher Kontrast zu den vorherigen „Knack und Back“-Techniken und erforderte deutlich mehr Konzentration.

 

Den Abschluss vor der Pause machte dann Stephan. Und ja, es war ein Wurf, den Stephan sich als Lieblingstechnik ausgesucht hat. Genauer gesagt den Schulterwurf. Das Besondere an dieser Technik war der Eingang. Zum üblichen den Gegner nach vorn aus dem Gleichgewicht ziehen, zeigte Stephan einen Eingang, wie man ihn im Ansatz auch bei anderen Würfen, z.B. dem Hüftwurf kennt: das Bein des Angreifers wird verlängert bzw. angehoben, um anschließend in den finalen Wurf einzudrehen. Das sah bei Stephan extrem geschmeidig und mühelos aus und klappte eindrucksvoll bei allen Größen seiner Partner.

 

In der Pause ereigneten sich die obligatorischen Pausentätigkeiten, unter anderem das Einsammeln der Pässe…;-)

 

Weiter ging es mit der Session von Olaf. Olaf hatte als seine Lieblingstechnik eine Variante des Eckenwurfes gewählt und dabei noch einen speziellen Eingang vorbereitet. Da ich als sein „Körperdouble“ Uke war, verging diese Session für mich definitiv am schnellsten. Olaf ließ es sich auch nicht nehmen, im Herleitungsteil der Technikkombination, also zwischen Angriff und Spezialeingang, die vorherigen Eingänge und Techniken der anderen Referenten mit einzubauen um so zum einen eine Wiederholung zu bieten und zum anderen die Kombinierbarkeit des Ju-Jutsus zu demonstrieren.

 

Die letzten waren noch nicht ganz aufgestanden, da übernahm auch schon Nele das Zepter und zeigte mit Ralf, dieses Mal in umgekehrter Rollenverteilung, verschiedene Dreierkontaktdrills. Dabei wurden nicht nur verschiedene Angriffe sondern auch ein fließender Wechsel zwischen Angriffen mit links und rechts gelehrt. Da einen der Dreierkontakt das gesamte Ju-Jutsu-Leben begleitet, definitiv eine fundamentale Investition für den Ju-Jutsuka.

 

Abschließend sollte es enden, wie es begann: gemeinsam, und so übernahm Jens wieder die gesamte Gruppe, um in der letzten Session zusammen mit Fatma einen „Flow“ aus Handhebeln zu zeigen. Dieser Flow endete in einem eingerollten Armbeugehebel am Boden. Dabei war der Abstand zum „Knack und Back“ nun zwar maximal ausgeprägt, aber ein tolles Beispiel für die technische Vielfältigkeit des Ju-Jutsu, wie letztlich das gesamte Mega Event.

 

Sagte ich „letzte Session“? Nachdem Michael die Rolle von Jens übernommen hatte, auf das Ende der Session hinzuweisen, blieb noch einmal Zeit alle Techniken nach eigenem Gusto zu wiederholen oder sich mit dem Partner zu bewegen und verschiedene Techniken auszuprobieren.

 

In der abschließenden Aufstellung dankte jeder jedem und der SVP als Ausrichter erhielt in diesem Zuge noch Schokolade vom Lehrteam überreicht, mit dem Hinweis, diese gern wieder gemeinsam abzutrainieren.

 

Im Anschluss fand sich das Lehrteam noch im Budocentrum ein und ließ den Abend gemeinsam mit den Schülern ausklingen.

 

Für mich war es ein sehr schöner Lehrgang und nachdem, was ich von anderen gehört habe, bin ich damit nicht allein. Die Form des Lehrgangs war extrem kurzweilig und damit abwechslungsreich. Das eine Thema interessiert einen mehr, das andere weniger, das liegt in der Natur der Sache. Aber es war eine tolle Gelegenheit fast das gesamte Lehrteam in Aktion zu erleben um so für kommende Lehrgänge zu wissen, was einen vermutlich erwarten wird. 

 

…und das sollte für einige schon am nächsten Tag der Fall sein, nämlich beim Danvorbereitungslehrgang mit Michael, Jens und Olaf.

 

Bis bald auf der Matte,

Andreas

 

P.S.: Das Bild stammt von Andreas Rasche vom SVP. Besten Dank dafür.

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