Prüferlizenz(verlängerungs)lehrgang Jiu-Jitsu 2018

Von: Anja Sell | 28.01.2018

Am Samstag, den 13. Januar trafen sich im Dojo des SVT Neumünster Prüferinnen und Prüfer der Sportart Jiu-Jitsu, sowie viele interessierte Jiu-Jitsukas und Ju-Jutsukas. Referenten waren Peter Schneider, 9. Dan Jiu-Jitsu, Referent Jiu-Jitsu im SHJJV e. V. und Jens Dykow, 1. Dan Jiu-Jitsu, Bundesprüfungsreferent.

Nach dem Angrüßen setzten sich alle erst einmal zusammen, denn Peter wollte einige Punkte ansprechen, die auf den letzten Landesprüfungen den Prüfungskommissionen aufgefallen sind, mit dem Wunsch, dass die anwesenden Trainer diese „Anregungen“ in ihre Vereine tragen. Im Praktischen Teil ging Peter auf diese Themen näher ein und erläuterte die jeweils wichtigen Prinzipien. Ein Punkt ist das Auftreten auf der Matte, das betrifft nicht nur die Etikette und Traditionen, sondern auch das Angriffsverhalten, sowohl von Uke aus auch von Tori. Des Weiteren sollten, vor allem mit steigender Graduierung, die japanischen Begriffe bekannt sein. Ein großes Sorgenkind ist die Fallschule: Bei der seitlichen Fallschule, amortisierende, muss das untere Bein getreckt sein. Wenn das Bein angewinkelt ist, muss damit gerechnet werden, dass irgendwann mal etwas kaputt geht. Auch das Aufeinanderschlagen der Beine oder Überdrehen führt früher oder später zu Verletzungen. Peters Aufforderung zu diesem Thema: „Treibt das euren Leuten aus“. Wird die Fallschule nicht korrekt erlernt, kann es dazu führen, dass Tori sich vor der Fallschule fürchtet und somit bei anderen Techniken wie Selbstfallwürfen unbewusst Fehler einbaut. Beispielsweise, wenn beim Soto-maki-komi das Knie zuerst Mattenkontakt hat und dann noch der Ellbogen. Neben Bewegungsformen ging Peter insbesondere auf Block- und Fegetechniken, sowie Bewegungsformen und den Stand ein. Bei der letzten Landesprüfung fiel auf, dass Block- und Fegetechniken immer mehr verwischen. „Da werden teilweise die Extremitäten einfach schlaff hingehalten“ – wenn die Grundtechniken nicht in Fleisch und Blut übergehen, das kann jeder Karateka bestätigen, kann die Abwehr nicht funktionieren. „Ich weiß, eine Einheit Block- und Fegetechniken beschert einem farbige Unterarme, aber da geht kein Weg dran vorbei“, so Peter. Zum Thema Festlege- und Transporttechniken merkte Peter, zum wiederholten Mal an, dass es nicht erforderlich ist, dass eine Transport-/Festlegetechnik reingeknallt wird, dass Uke Stielaugen bekommt oder er nur einfach hingelegt wird, sondern der Partner und die Prüfungskommission müssen merken, wenn Uke anfängt zu „mucken“, dass die Technik nur angezogen werden muss und dann auch sofort funktionieren würde. Ein weiteres Sorgenkind ist die Waffenabwehr: bei Tori muss die Ausweichbewegung ersichtlich sein! Des Weiteren möchte die Prüfungskommission Abwehrtechniken gegen Stock-/Messer-/Pistolenangriff sehen und keine schauspielerischen Leistungen. Es sollte keine Diskussion mit dem Angreifer angefangen, sondern gleich gehandelt werden - ein berechtigter Einwand von den Prüfern: „Was ist denn, wenn er kein Deutsch versteht?“. In dem darauf folgenden Aufwärmtraining wurden, neben spielerischen Kämpfen (Gürtelraub, Bärenringen), Tai-Sabaki, Fallübungen, Block- und Fegetechniken sowie Wurf- und Hebeltechniken trainiert. Abschließend behandelte Peter die ersten Techniken der Kodokan Goshin Jutsu, bevor Bundesprüfungsreferent Jens Dykow den theoretischen Teil übernahm. Hier ging Jens auf den Allgemeinen und den Stilspezifischen Teil der Prüfungsordnung ein: u.a. die Bewertung und Dokumentation von Prüfungen oder deren Voraussitzungen. Zum Schluss wurden noch offene Fragen geklärt und Diskussionen geführt.

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