Abwehr von Bedrohungen mit Pistole / Revolver

Von: Anja Sell | 17.07.2017

Am Samstag, den 08.07., lud Tsunami Eckernförde e. V. ein zum Landestechniklehrgang mit Referent Wilfried Hoffmann, 5. Dan Jiu-Jitsu. Thematisiert wurde die Abwehr von Bedrohungen mit Pistole / Revolver. Zum besseren Verständnis gab es erstmal eine theoretische Einführung in Aufbau und Funktionsweise von Pistole und Revolver sowie Unterschiede der beiden Waffen. Dies erklärte, warum es bei einem Revolver nicht unbedingt notwendig ist auf die Trommel zu greifen. Durch Festhalten der Trommel kann der Schuss nicht mehr verhindert werden, da sobald der Hahn gespannt wurde, keine weitere Bewegung mehr stattfindet. Doch der Angreifer kann anschließend weiterschießen. Grundsätzlich ist es kein Problem bei Revolver auf die Trommel zu greifen, dabei sollte nur nicht vergessen werden, dass wenn der Schuss bricht, es warm an den Fingern wird auf Grund der explodierenden Treibgase. Nach Empfehlung von Wilfried sollte bei Pistolen auf jeden Fall auf den Schlitten gegriffen werden. Denn bei vielen Pistolen ist es so, dass wenn der Schlitten auch nur minimal nach hinten gedrückt wird, kann nicht mehr abgedrückt werden. Selbst wenn der Schuss bricht, wird verhindert dass die Hülse ausgeworfen wird. Wenn der Schlitten dann vorkommt, wird keine neue Patrone ins Patronenlager eingeführt und damit kommt es zur Störung der Waffe, der Schütze kann nicht weiter schießen. Wenn bei der Abwehr nicht auf die Waffe gegriffen wird, sollte das Handgelenk so gegriffen werden, dass der Daumen oben ist, da es ansonsten zu Verletzungen an der Hand kommt durch das Zurückgleiten des Schlittens. Und die Hand muss fixiert werden. Um im Training ein realistisches Gefühl für die Pistolenabwehr zu bekommen ist es sinnvoll auf das Gewicht des Trainingsgeräts zu achten, denn eine Pistole wiegt im geladenen Zustand ca. ein Kilogramm. Somit verhält sich die weggeschlagene Hand / Arm anders, als wenn eine Spielzeugpistole aus Plastik genutzt wird. Schreckschutzwaffen, sind nach Meinung des Referenten zum Training am besten geeignet, weil sie A) den Originalvorbildern am ähnlichsten sind B) beweglich Teile haben, nämlich die die auch für die Funktionalität erforderlich sind und C) dem Gewicht am ähnlichsten kommen. Sie haben aber auch Nachteile, u.a. dürfen sie nicht an unter 18Jährige weitergegeben werden. Des Weiteren muss bedacht werden, dass eine Schreckschusswaffe kein Spielzeug ist! Beim Training muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Waffen entladen sind. Dabei sollte nicht nur im Magazin nachschauen, sondern auch im Patronenlauf. Ansonsten können durch versehentlich ausgelöste Schüsse Hörschäden, Verbrennungen, versteckte innere Verletzungen oder Verdreckung der Wunde auftreten. Gut geeignet für das Training sind auch Pistolendummies aus Gummi, Nachteil sie erreichen nicht das Gewicht einer Originalschusswaffe und besitzen keine beweglichen Teile. Absolut untauglich sind dagegen Spielzeugpistolen/-revolver aus Plastik. Wenn diese während des Trainings zerbrechen, kann es nicht nur die Matte schädigen, sondern auch fiese Verletzungen durch Splitter hervorrufen.

Für den praktischen Teil hat sich Wilfried verschiedene Techniken vorgenommen, die auch in der Selbstverteidigung funktionieren würden und Techniken, die technisch funktionieren, aber nur für die Prüfung geeignet sind. Das Allerwichtigste ist aus der Schussbahn zu gehen. Des Weiteren sollte die Mündung der Schusswaffe nie auf einen selbst gerichtet sein. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte sich erst bewegt werden, wenn der Angreifer dazu auffordert. Damit auch für Prüfungen vielfältige Kombinationen geübt werden konnten, wurden neben Bedrohungen von Vorn, der Seite und von Hinten auch verschiedene Ein- und Übergänge zu Hebeln trainiert. Für die Realität ist es allerdings sinnvoller eine Abwehr richtig zu können, als zehn verschiedene zu kennen.

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