Prüfungsvorbereitungslehrgang I 2017

Von: Anja Sell | 05.06.2017

Am Samstag, den 06. Mai, fanden sich über 70 Ju-Jutsukas in Todenbüttel ein, zum ersten Lehrgang zur Prüfungsvorbereitung Ju-Jutsu 2. Kyu bis 5. Dan. Der erste Referent Dirk Bauer, 4. Dan Ju-Jutsu, bot den Teilnehmern ein weites Spektrum von Bewegungslehre und Fallschule, Tritttechniken sowie Abwehrtechniken mit dem Ellbogen. Kai-Uwe Nielsen, 3. Dan Ju-Jutsu, 1. Dan Jiu-Jitsu, übernahm dann den letzten Teil zum Thema: Abwehr von Schusswaffen.

In der Aufwärmphase brachte Dirk die Teilnehmer mit verschiedenen Übungsformen und Vorübungen zur Fallschule in Schwitzen. In dem Bereich wurde die Bewegungslehre geschickt integriert, um die Prüflinge auf den Prüfungsbereich Bewegungslehre für den zweiten und ersten Kyu vorzubereiten, und als Inspiration für Trainer. Den ersten Hauptteil dominierten Fußtechniken in der Grundform. Für das Training sollte erst mit den Grundformen und Technikvoraussetzungstraining angefangen werden, bevor an Technikkombinationen oder sonstigen Zaubertechniken gearbeiten wird. Denn wenn die Fußtechnik schon schlecht ausgeführt wird, sieht die Kombination auch schlecht aus. Für fast jede Fußtechnik ist nicht die Dehnfähigkeit ausschlaggebend, sondern meist fehlt es an Kraft das Bein hochzuhalten. Eine weitere Voraussetzung ist das Gleichgewicht. Was bei den meisten Prüflingen dann noch fehlt, ist die Drehung auf dem Fußballen bzw. der Hüfteinsatz. Für alle Tritttechniken ist das Knie entscheidend – das Knie entscheidet die Höhe! Für das Technikvoraussetzungstraining zeigte Dirk verschiedenste Übungen. Des Weiteren ging er auf die Prinzipien einzelner Techniken ein. Der Lowkick oder Schienbeintritt: das Standbein ist nicht ganz gestreckt, dass Trittbein ist ebenfalls nicht gestreckt. Die Technik erfolgt nicht aus den Beinen heraus, sondern aus der Hüfte und die Trefferfläche ist die vordere Kante vom Schienbein. Der Lowkick kann in 3 Varianten getreten werden: diagonal nach oben, horizontal oder diagonal nach unten, wobei die letzte Variante die langsamste ist, aber auch die schmerzhafteste. Höhe ist beim Lowkick eigentlich egal, er kann genauso gut auch höher ausführen, wichtig ist der Hüfteinsatz und das mit dem Schienbein getroffen wird. Im Gegensatz dazu ist das entscheidende Merkmal für den Halbkreisfußtritt, vorwärts wie rückwärts, die Schnappbewegung, Trefferfläche ist hierbei der Spann oder Fußballen. Beim Fersendrehschlag liegt das Augenmerk wiederum auf dem gestreckten Bein, Trefferfläche ist hier, wie der Name schon sagt, die Ferse.
Im zweiten Hauptteil wurde die Abwehr mit dem Ellbogen thematisiert und geübt. In diesem Bereich sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt – das Entscheidende ist, dass die angreifende Extremität mit dem Ellbogen „kaputt“ gemacht wird. Es muss auch nicht immer der Oberschenkel sein, beispielsweise kann auch die Hand oder der Fuß pariert werden. Auch hier demonstriert Dirk den Teilnehmer verschiedene Technikkombinationen.
Im letzten Teil des Lehrgangs thematisiert Kai-Uwe Nielsen die Abwehr von Schusswaffen. Dabei ist alles anders: für die Abwehr bietet nur kurze Distanz eine Chance. Um die Schusswaffe blockieren, muss das Wissen zur Funktionstätigkeit von Schusswaffen vorhanden sein. Daher gab es erstmal einen kleinen theoretischen Exkurs in die Waffenkunde bevor es zum praktischen Teil ging. Wichtig bei der Abwehr ist vor allen, dass der Körper aus der Schusslinie gebracht und Waffe blockiert wird, damit sich kein weiterer Schuss löst. 

 

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