Unser Bundeskader bei der Paris Open 2017

 | 02.05.2017

Am vergangenen Wochenende war ein Teil unserer Bundeskaderathleten wieder einmal unterwegs. Die Paris Open wurde als Testturnier für die kommenden Europameisterschaften und die World Games genutzt. Obwohl die Sportler auf eigene Kosten anreisen mussten, nahmen trotzdem 21 Athleten des Nationalteams teil. Betreut wurden sie von unseren Bundestrainern Steffen Heckele, Markus Grimminger und Roland Köhler. Ebenfalls mit dabei war Michael Korn in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der JJEU. Als Kampfrichter unterstützen Ralf Pfeifer und Thomas Meyer.

Pia von Thurenhout konnte sich bei den Frauen in der leichtesten Klasse (-49kg)   überzeugend den zweiten Platz sichern. Erst im Finale musste sie sich, wegen eines kleinen Fehlers, der Französin Houx Morgane ganz knapp mit einem Punkt unterschied geschlagen geben.

Bis 62kg waren gleich drei Athletinnen des Bundeskader´s am Start. Luise Wittich konnte bei ihrem ersten „internationalen Seniorenturnier“ überzeugen. War sie im ersten Kampf noch total nervös und musste sich gegen ihre Gegnerin aus Italien geschlagen geben, konnte sie alle weiteren Kämpfe überzeugend gewinnen. Mit schönen langen Beintechniken kämpfte sie sich in der Trostrunde bis auf den dritten Platz vor.
Ebenso erging es ihrer Kaderkollegin Franziska Freudenberger. Sie traf im ersten Kampf auf die amtierende zweifache Weltmeisterin Severine Nebie. Bei 8:8 unentschieden musste sie sich dann äußerst knapp in der Unterbewertung geschlagen geben. Eine Wahnsinnsleistung der Würzburger Athletin. Die weiteren Kämpfe konnte sie alle gewinnen und sicherte sich damit ebenfalls den dritten Platz.
Als dritte Kämpferin in der Klasse holte sich Carina Neupert Silber. Sie konnte all ihre Kämpfe überzeugend gewinnen, immer wieder aktiv, Halbkreisfußtritt vorwärts, dann mehrere Male ihren spektakulären Ausheber. Es waren einfach schöne Kämpfe! Erst im Finale gegen die amtierende Weltmeisterin musste sie sich geschlagen geben.

Ebenfalls sehr stark zeigte sich Theresa Attenberger in der Klasse bis 70kg. Vom vorhergehenden „abkochen“ war nichts mehr zu spüren. Die französiche Lokalmatadorin und Vizeweltmeisterin Lalande Chloe wurde förmlich von der Matte gefegt. Erst im Finalkampf gegen ihre Gegnerin aus den Niederlanden musste sie sich geschlagen geben. Ein sehr starker Kampftag für die sympathische Bayerin.
Im Schwergewicht waren Laura Müller und Carina Rinderhagen am Start. Beide neu im Bundeskader und erstmals auf internationaler Bühne unterwegs, konnten sie hier ihre ersten Erfahrungen sammeln.

Ebenso erging es Christian Schneider bis 56kg bei seinem Start in diesem Grand Slam Turnier. Er steigerte sich zwar von Kampf zu Kampf, aber letztendlich reichte es noch nicht für eine Medaille.

Auch bei Florian Pommert (62kg) reichte es in der sehr stark besetzten Klasse noch nicht zu einem der begehrten Treppchenplätzen. Trotzdem konnte er mit seinen Kämpfen zufrieden sein. Speziell im Atemitbereich gelangen ihm mit gekonnten Halbkreisfußtritt mehrere Kopftreffer.
Besser machte es Roman Apolonov, die derzeitige Nummer eins in dieser Klasse. Er konnte alle Kämpfe überzeugend gewinnen, super Beinhebel, wunderschöne Fußtechniken. Und seine „speziellen“ Würfe zeigten, dass er ein Athlet ist, der in jedem Part mitmischen kann. Erst im Finale gegen die Ukraine, als er nach deutlicher Führung etwas lockerer kämpfte, wurde es knapp und sein Coach Steffen Heckele etwas unruhig. Aber auch hier drehte er wieder auf und konnte souverän gewinnen. Damit ein verdienter erster Platz für Roman Apolonov, der in der Sportförderkompanie der hessischen Polizei Unterstützung erfährt.  

Bis 69kg waren mit Jaschar Salmanov und Jakob Bachmann zwei Bundeskaderathleten am Start, die länger Zeit wegen Verletzung ausgesetzt hatten. Für Jakob war es zudem das erste Internationale Turnier bei den Senioren. Trotz des unbeliebten 5. Platzes, konnte er zeigen, dass wieder mit ihm zu rechnen ist. Im Kampf um Platz drei musste er sich seinen Bundeskaderathleten Jaschar Salmanov beugen. Jaschar, einer unserer sehr starken Part 2 Kämpfer, musste sich an diesem Tag nur einmal, dem späteren Sieger und mehrfachen Weltmeister Dmitriy Beshenetc (Russland), geschlagen geben. Dadurch musste er in die Trostrunde, kämpfte sich hier aber nach vorne und holte sich noch einen guten dritten Platz.

Bis 77kg waren mit Max Ryssel und Andreas Knebl zwei Routiniers des Nationalkaders am Start. Beide ließen nichts anbrennen und zeigten spannende und interessante Kämpfe. Max, stark im Part 1 und 3, explodierte förmlich bei jedem Kampf. Erst beim Einzug ins Finale musste er sich dem späteren Sieger Frederik Widgren (Schweden) beugen. Ähnlich verlief es mit Andreas Knebl. Mit seinen unkonventionellen Kampfstil konnte er alle Kämpfe deutlich gewinnen. Immer wieder Punktete er im Part 1 mit schönen Fußstößen seitlich, den Part 2 überstand er und im Part 3 war er wieder der Chef. Leider konnte er an diesem Tag den späteren Sieger aus Schweden ebenfalls nicht schlagen. Trotzdem ein gutes Turnier für unsere beiden Athleten.  

Im Ne Waza war mit Verena Rücker nur eine Bundeskaderathletin am Start. Verena, die normalerweise in der 70kg Klasse startet, wollte sich diesmal mit den Athletinnen im Schwergewicht messen, um abzuwägen ob ein grundsätzlicher Wechsel in die höhere Gewichtsklasse sinnvoll ist. Hier musste sie leider feststellen, dass sie mit den extrem schwereren Gegnerinnen nicht gut zurechtkommt. Sie wird deshalb in Zukunft wieder in der Klasse bis 70kg starten.   

Insgesamt 3 Duo-Paare waren aus Deutschland angereist. Bei den Frauen starteten gleich zwei Teams des Nationalkaders. Jasmin und Tanja Ittensohn, beide in Vorbereitung zu den World Games, mussten sich trotz eines sehr starken Kampfes den späteren Siegern und zigfachen Weltmeisterinnen Mirnesa und Mirneta Becirovic aus Österreich beugen. Trotzdem war ihr Bundestrainer Markus Grimminger für diesen Vorbereitungswettkampf mit den zweiten Platz zufrieden. Ähnlich erging es unserem zweiten Duopaar Annalena Sturm und Blanca Birn. Im Auftaktkampf Deutschland gegen Deutschland mussten sie sich Jasmin und Tanja geschlagen geben, konnten dann alle Kämpfe gewinnen, mussten sich aber später ebenfalls den „Twins“ aus Österreich geschlagen geben. Damit ein verdienter dritter Platz für unsere Mädels aus Philippsburg.

Äußerst spannend und auch hochwertig waren die Kämpfe in der Duo Mixed Klasse. Mit zwei Paaren aus Frankreich, zwei Paaren aus der Schweiz und unserem Team hieß es hier „jeder gegen jeden“. Im Auftaktkampf verlor das zweite Team aus der Schweiz noch gegen das an Nr. 1 gesetzte Team, ebenfalls aus der Schweiz. Unsere Starter Julia Paskiewicz und Johannes Tourbeslis verloren gegen das zweite Team aus der Schweiz. In den Folgekämpfen konnten sie, wie auch alle Schweizer Duo-Paare, die französischen Teams schlagen. Im letzten Kampf ging es für Julia und Johannes dann gegen das Team Nr. 1 aus der Schweiz. Hier legten sie nochmals richtig zu und konnten diese mit 3 Punkten Vorsprung schlagen. Erst nach der „Hochrechung“ war klar, welches Paar der Sieger an diesem Tag war. Das zweite Schweizer Team hatte gegen die anderen mit 3,5 Punkten Unterschied gewonnen, alle anderen Kämpfe gingen „nur“ mit 3 Punkten Unterschied aus. Deshalb holte sich das Team Erni/Petritsch den ersten Platz, Julia und Johannes den zweiten und Jokel/Schonenberger den dritten Platz. Dies alles wegen nur eines ½ Punktes Unterschied in den drei Kämpfen. Spannender kann es einfach nicht sein.

Unser Bundestrainer konnten mit den 12 erreichten Medaillen zufrieden. Nächstes Ziel sind jetzt die Europameisterschaften in Bosnien Banja Luka.  

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Betreuer und Teilnehmer. Ein weiteres Dankeschön geht auch an die mitgereisten Fans, die angefeuert haben, für die Fotos zuständig waren und nebenbei noch die Kämpfe filmten. 

 

Die Ergebnisse finden Sie hier

  • Internationale Jiu-Jitsu Federation
  • Ju-jitsu European Union
  • Worldgames
  • Deutscher Olympischer Sportbund
  • Interessengemeinschaft Nicht-Olympischer Verbände
  • Deutsche Sportjugend
  • Nationale Anti-Doping-Agentur
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend