Mothers hug – Abwehr von bewaffneten Bedrohungsangriffen

Von: Anja Sell | 31.03.2017

Am Samstag, 11. März, hat Christian Groffmann, 4. Jiu-Jitsu, zur Fortsetzung des Lehrgangs „Abwehr von bewaffneten Bedrohungsangriffen“ eingeladen. Neben der Wiederholung einiger Techniken vom letzten Mal demonstrierte Christian auch die versprochenen Techniken zum Pain-Level 1 bis 3.
Bei Bedrohungsangriffen will der Angreifer das „Opfer“ unterdrücken, um etwas zu fordern. Meist sind es eher statische Angriffe, bei denen der Angreifer erstmal nicht die Intension hat zu verletzen. Daher sind es Angriffe, bei denen dem Verteidiger die Initiative überlassen wird. Der Verteidiger hat die Wahl: gibt er dem Angreifer, was er will oder ist er aus Angst, dass aus der Bedrohung mehr wird, zum Handeln gezwungen. Der Verteidiger muss dabei schneller handeln als der Angreifer.
An Hand der Bedrohung mit einem Stock integrierte Christian die verschiedenen Schmerzstufen in den Festlegetechniken. Wobei Festlegetechniken aus seiner Sicht Techniken sind, die er für sich einfach lösen kann, um sich schnell und sicher von dem Angreifer zu entfernen. Die „schönsten“ Festlegetechniken nützen nichts, wenn man sich selbst so stark verknotet, dass ggf. nicht auf weitere Angreifer reagiert werden kann.
Neben
Bedrohungen mit der Pistole ging Christian vor allem auf Bedrohungen mit dem Messer ein. Dabei empfiehlt er erstmal den Befehlen des Angreifers Folge zu leisten und Bewegungen dann zu realisieren, wenn dieser damit rechnet, wie bei der Aufforderung „Hände hoch“. Die Hände sollten möglichst eng am Körper hochgeführt werden, da dies der kürzeste Weg zum waffenführenden Arm ist. Wie schon beim letzten Lehrgang kam auch hier wieder der „mothers hug“ zum Einsatz: dabei wird bewusst die waffenführende Hand mit beiden Händen an sich ran gezogen, möglichst auf Brusthöhe. Das Handgelenk ist währenddessen gekippt und gespannt, wodurch die Klinge erstmal vom Hals entfernt ist und damit auch die Gefahr verletzt zu werden. In dieser beispielhaften Bedrohung wurde das Messer gleichseitig an den Hals des Verteidigers gehalten. Selbst wenn der Angreifer versucht seinen Arm wieder zu bekommen, ist das Messer noch weitestgehend unter Kontrolle, ohne dass man sich selbst schneidet. Mit einem klassischen Kipphandhebel kann der Angreifer dann zu Boden gebracht und gesichert werden.
Ferner demonstrierte Christian viele weiter Möglichkeiten zu verschiedensten Bedrohungen, ob im Stand oder am Boden. Einige waren kurz und knackig, andere eher verspielt und in Richtung Kampfkunst ausgelegt. Jeder sollte sich bewusst sein, dass nicht jede Technik, die auf der Matte geübt wird, auch in der Realität umsetzbar ist. 

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