Prüferlizenzlehrgang Jiu-Jitsu in Neumünster

Von: Anja Sell | 26.01.2017

Am Samstag, den 21.01., lud der SVT Neumünster v. 1911 e. V. zum Prüferlizenzlehrgang ein mit den Referenten Peter Schneider, 9. Dan Jiu-Jitsu, Referent Jiu-Jitsu im SHJJV e. V, und Jens Dykow, 6. Dan Ju-Jutsu, Bundesprüfungsreferent.
Zu Beginn gab Peter Schneider ein Feedback von den letzten Landesprüfungen, was vor allem negativ aufgefallen ist: Die Etikette einiger Prüflinge lässt zu wünschen übrig, sowohl das Verhalten im Dojo als auch das Partnerverhalten. Die gesamten Grundtechniken sind allgemein überarbeitungsbedürftig. Grundprinzipien wie Gleichgewichtbrechen oder Unterlaufen des Schwerpunktes bei Würfen werden teilweise überhaupt nicht ausgeführt. Bei den Festlege- und Transporttechniken ist aufgefallen, dass Uke sich nach der Wurftechnik praktisch von selbst in die Bauchlage dreht, ohne den entsprechenden Anreiz dafür zu erhalten. Daher empfiehlt Peter auch mit anderen Partnern, die nicht wissen was als nächstes passiert, zu trainieren, um die Funktionsfähigkeit der eigenen Technik zu überprüfen. Das richtige Angreifen bzw. die korrekte Ausführung von Faust- und Fußtechniken spielt eine entscheidende Rolle, nicht nur für die Prüfung. Daher sollten die Angriffe zumindest annähernd realistisch sein: Bei Faust- oder Messerangriffen zieht der Angreifer die Hand/Arm zurück und lässt sie nicht stehen. Dies ist bei Prüfungen immer wieder zu sehen, entspricht allerdings nicht der Realität. Im Bereich der Pistolenabwehr gab Peter Beispiele, die zum Durchfallen in dem Teil führten: kein Ausweichen oder Fantasietechniken wie die Abwehr aus anderthalb Metern mit einem Fußfeger waren nur einige Bespiele. Für Dan-Anwärter gab Peter den Rat, sich zeitig mit der Kata zu befassen. Bei der Prüfung ist sofort ersichtlich, ob der Prüfling die Kata ausstrahlt oder nur runterrattert, weil er sie zeigen muss. Diese und noch mehr Hinweise legte Peter den anwesenden Trainern und Prüfern ans Herz, damit die zukünftigen Prüflinge auch besser vorbereitet werden. Im anschließenden Praktischen Teil baute er verschiedene Übungen ein für Falltechniken, Bewegungslehre und Hebel, um den Trainern Anreize für ihr Training zu geben. Intensiver arbeitete er mit den Teilnehmern im Bereich Würfe und Transporttechniken.
Anschließend übernahm Jens Dykow den theoretischen Part des Lehrgangs. So ging er auf die Prüfungsordnung und den aktuellen Neuerung im Bereich Jiu-Jitsu ein. Wie zum Beispiel, dass die Verkürzung der Vorbereitungszeit nun ab dem 1. Kyu möglich ist. Des Weiteren stellte Jens die Fragestellung der Technischen Arbeitstagung aus November 2016 vor. Dabei erklärte er die Ergebnisse zum Interpretationsspielraum zu Fragestellungen wie Mindestalter, Vorbereitungszeit, Erste-Hilfe-Nachweis oder das Verkürzen durch Lizenzen.

  • Internationale Jiu-Jitsu Federation
  • Worldgames
  • Deutscher Olympischer Sportbund
  • Interessengemeinschaft Nicht-Olympischer Verbände
  • Deutsche Sportjugend
  • Nationale Anti-Doping-Agentur
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend