Kinder und Jugendliche im Sport stehen unter besonderem Schutz – Ju-Jutsu sehr gut aufgestellt

 | 11.12.2016

Die kürzlich veröffentlichte Studie „Safe Sports“ der Sporthochschule Köln und der Universität Ulm hat ergeben, das im deutschen Spitzensport Handlungsbedarf besteht. Gut ein Drittel der Kaderathletinnen und –athleten sind laut dieser Studie von sexueller Gewalt betroffen.

Beim 7. Forum „Gegen sexualisierte Gewalt im Sport“ vor wenigen Tagen in Leipzig wurden die ersten Ergebnisse des Projekts von Verantwortlichen in Sportverbänden präsentiert.

Sexualisierte Gewalt kommt auch im Wettkampf und Leistungssport vor, und zwar nicht häufiger oder seltener als in der Allgemeinbevölkerung.  Sexuelle Gewalt tritt dabei i.d.R. nicht isoliert auf, sondern gemeinsam mit anderen Gewaltformen. Die Mehrheit der Betroffenen ist bei der ersten Erfahrung mit sexualisierter Gewalt im Sport unter 18 Jahren alt.

„Sportverbände und –vereine stehen in der Verantwortung den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierten Übergriffen zu optimieren“ war eine der Aussagen der Koordinatorin des Verbundprojekts, Dr. Betina Rulofs von der Deutschen Sporthochschule. Ein großer Teil der Spitzenverbände hat diese Notwendigkeit erkannt und verschiedene Maßnahmen zur Prävention und Intervention eingeführt. Besonders die Deutsche Sportjugend und die Landessportbünde mit ihren Sportjugenden können auf Basis dieser Studie als wichtige Impulsgeber für die Einführung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen im Sport bezeichnet werden. Aber auch der Ju-Jutsu-Verband ist auf Bundes- und Landeebene hervorragend aufgestellt. Dies wurde in bilateralen Gesprächen mit dem Referenten Gewaltprävention des DJJV und JJVB, Fritz Schweibold, und Verantwortlichen aus Wissenschaft, Forschung und Sportpolitik deutlich. Der DJJV hat seit vielen Jahren entsprechende Schutzkonzepte und Präventionsmaßnahmen umgesetzt, die im Rahmen des Forschungsprojekts nun flächendeckend gefordert und umgesetzt werden sollen. Ein hervorragendes“ Beispiel ist die Broschüre „Nicht mit uns!“ des DJJV, die für die Teilnehmer der Tagung auf Augenhöhe mit den Publikationen der dsj und des DFB ausgestellt und angeboten wurde.

Der Referent Gewaltprävention konnte hinter alle 13, für die in der aktuellen Studie geforderten Präventionsmaßnahmen in den Landesverbänden und Sportbünden, seinen Haken als „erfüllt“ machen und beim Punkt „Stärkung der Selbstbehauptung von Kindern und Jugendlichen“ zusätzlich das, 2013 vom Bündnis für Demokratie und Toleranz der Bundesregierung ausgezeichnete, Projekt „Nicht mit mir!“ präsentieren. Die Verantwortlichen im DJJV freuen sich über das Lob der Beteiligten des Forschungsprojekts, sehen jedoch in einzelnen Bereichen, gerade auf Vereinsebene, noch Optimierungsbedarf. So ergab die Studie, dass die Hälfte der befragten Vereine die Thematik für relevant hält, nur gut ein Drittel der Vereine setzt sich jedoch aktiv gegen sexualisierte Gewalt im Sport ein. Regelmäßige Schulungen zur Thematik werden nur in 9 % der Vereine durchgeführt und nur jeder zehnte Verein hat eine/n spezifische/n AnsprechpartnerIn für die Prävention sexualisierter Gewalt und/oder für den Kinder-/Jugendschutz benannt. Auch hier nimmt die Sportart Ju-Jutsu eine Vorreiterrolle ein, seit einigen Jahren werden entsprechende Seminare und Schulungen angeboten, was bei vielen anderen Spitzenverbänden nicht der Fall ist. Die Vereinskultur beinhaltet wichtige Voraussetzungen für den Schutz vor sexualisierter Gewalt, denn in Vereinen mit einer klar kommunizierten „Kultur des Hinsehens und der Beteiligung“ ist das Risiko sexualisierte Gewalt zu erfahren, signifikant geringer, so die Studie.

Aktuelle Brisanz hat die Thematik durch die Vorfälle im britischen Profifußball erlangt, die derzeit Land auf, Land ab durch die Medien gehen und täglich neue Ungeheuerlichkeiten und Zahlen ans Tageslicht bringen.

Mitglieder des AK Gewaltprävention im DJJV arbeiten aktiv an Konzepten und Publikationen der dsj und anderer Organisationen mit und stehen als Referenten für die Thematik zur Verfügung.

Weitere Informationen bei:

Fritz Schweibold; Referent Gewaltprävention im DJJV; referent-gewaltpraevention@djjv.de

  • Internationale Jiu-Jitsu Federation
  • Worldgames
  • Deutscher Olympischer Sportbund
  • Interessengemeinschaft Nicht-Olympischer Verbände
  • Deutsche Sportjugend
  • Nationale Anti-Doping-Agentur
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend