„Nicht nur wissen, wie etwas geht, sondern auch warum!“

 | 27.10.2015

Pilotausbildung Trainer-B JJ Gesundheitsförderung und Prävention abgeschlossen! 

Gesundheitsförderung und Prävention sind Nebeneffekte, die jede Sportart gerne für sich reklamiert. Wenn man sich in der Praxis anschaut, wie in den verschiedenen Sportarten tatsächlich trainiert wird, kommen einem schon mal Zweifel. Man muss es nämlich schon richtig machen. Ohne wirklich zu verstehen, was man da macht, ist das aber eher Zufall. Hier setzte Ende August die Pilotausbildung Trainer-B JJ Gesundheitsförderung und Prävention in Malente an.

Manfred Feuchthofen (Gesundheitsberater Sport, 8. Dan Ju-Jutsu), Philipp Wolf (Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin, 4. Dan Ju-Jutsu) und Jörg Preuße (Physiotherapeut, 6. Dan Ju-Jutsu) vermittelten fünf Tage lang sehr intensiv die gesetzlichen und (sport)medizinischen Grundlagen der Gesundheitsförderung und Prävention – was nicht ohne Fachbegriffe abging und die 17 Teilnehmer aus ganz Deutschland ordentlich forderte.

Spannend wurde es bei der Übertragung der Kenntnisse auf das praktische Training. Trainingsgestaltung für besondere Zielgruppen, funktionales Training, Coretraining und Faszientraining eröffneten neue Blickwinkel auf Altbekanntes. Wie funktioniert eine Liegestütz oder eine Kniebeuge wirklich, was ändert sich, wenn ich die Handhaltung oder den Bewegungsumfang verändere? Wie kann ein Unterricht zur Sturzprophylaxe als Ergänzung zur Fallschule aussehen? Wie kann man Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen oder auch einfach nur Menschen der unterschiedlichsten Altersstufen in ein gemeinsames Training einbeziehen?

Hier liegt auch der Hauptunterschied zu einer Trainer-B-Ausbildung mit Breitensportcharakter: Der Ausgangspunkt für die sportartspezifischen Inhalte ist bei der Gesundheitsförderung und Prävention immer die Gesundheit, verbunden mit anatomischen, biomechanischen und medizinischen Grundlagen. Bei der Trainerausbildung Breitensport oder Leistungssport ist es umgekehrt, ausgehend von den sportartspezifischen und trainingswissenschaftlichen Inhalten wird auch auf gesundheitliche Einflussfaktoren eingegangen.

Philipps Skelett Stan war immer mit dabei und half bei der Veranschaulichung. Ganz besonders, als die wichtigsten Technikbereiche aufgearbeitet wurden. Die Wirkungsweise von Hebeln, Atemi, Würge- und Nervendrucktechniken, Schlagmechaniken usw. zu verstehen, hilft nicht nur, sie richtig zu trainieren (d.h. eigene Verletzungen zu vermeiden), sondern auch, sie besonders effektiv anzuwenden (d.h. sie im Selbstverteidigungsfall mit optimaler Wirkung anwenden zu können).

Es war wirklich sehr viel Stoff, sehr viel Information in sehr wenig Zeit – es hätte gerne doppelt so lange gehen können. Einige der Inhalte werden in kommenden Trainerfortbildungen noch vertieft werden. Es scheint sich gelohnt zu haben: „Ich nehme viel mit für mein eigenes Training!“, „Wir können die Fehler, die im Training gemacht wurden nicht mehr ändern, aber für die Zukunft besser werden!“, „Viele neue Ideen für zu Hause“ waren einige der Stimmen der Teilnehmer.

Nach den erfolgreichen Prüfungen am 25.10.15 in Frankfurt und Neumünster können die Teilnehmer jetzt als die ersten Trainer-B JJ Gesundheitsförderung und Prävention ihr neues Wissen in die Länder und Vereine tragen.

Die Pilotausbildung ist dank der engagierten und überaus fachkundigen Referenten und der ebenso motivierten Teilnehmer ein voller Erfolg, so dass die Absicht besteht, diese Ausbildung als regelmäßiges Angebot im DJJV-Ausbildungskalender zu etablieren.

Jens Dykow

  • Internationale Jiu-Jitsu Federation
  • Worldgames
  • Deutscher Olympischer Sportbund
  • Interessengemeinschaft Nicht-Olympischer Verbände
  • Deutsche Sportjugend
  • Nationale Anti-Doping-Agentur
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend