Fortbildung Fit & Sicher

 | 17.03.2017

Ju Jutsu-Training für Senioren altersgerecht anbieten und umsetzen

 Deutschlands Bürger werden immer älter, zugleich wollen sie fit sein und sich sicher in ihrem Alltag bewegen. Ein guter Weg, dieses Ziel zu erreichen: regelmäßig Ju Jutsu betreiben. Das ist die eine Seite, die andere: Auch jene, die schon lange auf der Matte stehen, bekommen graue Haare, ein kleines Bäuchlein und dünnere Beine. Zudem werden Kraft und Beweglichkeit weniger, man fällt auch nicht mehr so gerne (der Berichterstatter weiß, wovon er schreibt…J).

Für die Ju Jutsu-Vereine muss es darum gehen, diesen beiden wichtigen und ja auch stark wachsenden Zielgruppen ein altersgerechtes Training anzubieten – um die einen im Verein zu halten und die anderen hinzuzugewinnen.

Vor diesem Hintergrund fand am letzten Februarwochenende in der Waldsporthalle des NTSV ein dreitägiger Bundeslehrgang für am Thema interessierte Übungsleiter und Trainer statt. Rund 20 von ihnen waren aus allen Teilen der Republik nach Niendorf gekommen, um den Ausführungen von Nina Beißner, DJJV-Seniorenreferentin, sowie Fatma Keckstein, DJJV-Direktorin Zielgruppen, zu folgen und mit ihnen in die praktischen Übungen für Senioren einzusteigen.

Auf dem Programm standen Theorie-Themen wie Kriminalprävention, Selbstverteidigung mit Alltagsgegenständen, Notwehr und nonverbale Kommunikation, im praktischen Teil ging es um Sturzprophylaxe (stabil stehen, sicher gehen) und Grundsätze für das Training mit Lebensälteren, insbesondere beim Herz-Kreislauf-, Kraft- und Multi-Tasking-Training.

Ein besonderes Highlight der Fortbildung jedoch war am Samstagnachmittag: Vortrag „Aus dem Leben“ lautetet der Programmpunkt. Referent war Ekkehard „Ekki“ Krönke, 2. Dan JJ, und mit 85 Jahren (!!!!!) Hamburgs ältester aktiver Juka, der immer noch zwei Mal pro Woche bei der SVP trainiert – und das nicht etwa in einer besonderen Gruppe für Lebensältere, sondern bei den „regulären“ Senioren. „Ekki“ jedenfalls berichtete charmant und eloquent in einem einstündigen Vortrag, wie er zum JJ kam (mit 64 Jahren), seinen 1. Dan machte (mit 71 Jahren) und was ihm das Ju Jutsu über all die Jahre gegeben hat. Die Lehrgangsteilnehmer – manche von ihnen mehr als ein halbes Jahrhundert jünger als „Ekki“ – lauschten andächtig seinen Ausführungen und bedachten ihn am Ende mit Standing Ovations.

Insgesamt eine runde Fortbildung, die erstmals in dieser Form und zu diesem Thema stattfand. Sie vermittelte interessante Einblicke und Erkenntnisse in einen Bereich unseres Sports, der zweifellos immer wichtiger werden wird.

Text: Ralph Boeddeker/Medienteam HJJV

Foto: Rottmann Photography

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