Frauenpower – der Boden bebte

 | 04.12.2017

Am 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ fanden sich in Hamburg Lokstedt rund 100 Frauen zusammen, um gemeinsam ein mehr an  Frauen-selbst-Sicherheit  zu gewinnen.

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Organisiert wurde dieser Mega-Event von Fatma Keckstein, Ju-Jutsu Trainerin im Niendorfer TSV, Frauenreferentin des Hamburgischen Ju-Jutsu Verband e.V. und Direktorin-Zielgruppen im Deutschen Ju-Jutsu Verband e.V.

Unterstützung erhielt sie von Dörte Kuhn, Vorsitzende des VTF (Verein Turnen und Freizeit) und Vizepräsidentin im Hamburger Sportbund.

Rund 100 Frauen folgten der über die Presse und Facebook veröffentlichten Aufforderung „Lerne, wie du dich schützen kannst!“ und fanden sich am 25. November in der großen Turnhalle in der Corveystraße 6 in Hamburg Lokstedt ein.

Selbstverteidigungstechniken des Ju-Jutsu für Einsteigerinnen von Frauen-Selbstverteidigung-Ausbilderin Fatma, gespickt mit einer ordentlichen Prise Humor, brachte die Frauen in Bewegung. Dazwischen gab es immer wieder kleine entspannende Yoga-Einheiten von Daniela Brandt (DTB), die Polizeibeamtinnen beim Landeskriminalamt (LKA) Hamburg, Martina Baumgart und Christine Dittmer referierten über Selbst- und Opferschutz (siehe Kästchen).

Regionale und überregionale Medienvertreter von TV, Presse und Radio waren über den Tag vertreten und wollten immer wieder Einzelheiten von Fatma über die Angebote des Ju-Jutsu wissen. Viel Publicity brachte auch Gastdozentin Lina Khalifeh ein, die in Jordanien u. a. mit Unterstützung der UNO das Projekt „SheFighter“ ins Leben gerufen hat. Das Projekt soll Frauen helfen sich selbst zu verteidigen.

Linas Selbstverteidigungsprogramm liegen nach eigener Aussage die Techniken aus Taekwondo, Boxen und Aikido zugrunde. Gemeinsam mit zwei Helferinnen, die das Shefighter-Programm in Hamburg und Weimar ausbauen wollen, demonstrierte Lina viele bekannte Techniken, die einige der „Einsteigerinnen“ schnell an die eigenen Grenzen führten.

„Ich bin überrascht …“, kommentierte Fatma, „ … grundsätzlich ist alles, was Frauen hilft, sich vor Gewalt zu schützen richtig, gut und förderungswürdig. Natürlich müssen Frauen, insbesondere zu Beginn eines eigenen Trainings da abgeholt werden, wo sie mental und körperlich aktuell sind.“

Die Veranstaltung selbst war ein Riesenerfolg. Frauen im Alter von 18-75 aus vielen Berufsgruppen, verschiedenen Nationalitäten und Kulturen fanden zusammen und trainierten miteinander Selbstverteidigungstechniken des Ju-Jutsu.

Hamburgerinnen, Nicht-Hamburgerinnen, Migrantinnen mit und ohne muslimischen Hintergrund, waren voller Engagement im Ju-Jutsu-Training. Gesprochen und erklärt wurde auf Englisch, Deutsch und Arabisch. Viele der einfachen Ju-Jutsu-Techniken von Fatma benötigten allerdings keine Erklärung.

„Der Gedanke des Kennenlernens über Kulturen hinweg, indem wir uns austauschen und alle miteinander üben und trainieren, das war mir wichtig an dieser Veranstaltung“, erklärte Fatma am Ende eines ereignisreichen Tages.

Ju-Jutsu-Sportlerinnen und Frauen-selbst-Sicherheit- Kursleiterinnen aus verschiedenen Bundesländern und aus Österreich nahmen teil und unterstützten, wo Hilfe benötigt wurde.

Das in diesem Jahr anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ initiierte und aus der Taufe geholte Programm des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes soll sich verstetigen und in den kommenden Jahren wiederholt und ausgebaut werden. Das planen Fatma Keckstein, Dörte Kuhn und ihre Helfer und Helferinnen. Denn eines ist klar:

 

Das Frauen-selbst-Sicherheit-Programm des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes mit fundierten Informationen zu Prävention und Selbstbehauptung sowie einfachen und effektiven Techniken (nicht nur) für Frauen kann sich nicht nur sehen lassen, es sollte international rezeptpflichtig werden. 

  • Internationale Jiu-Jitsu Federation
  • Ju-jitsu European Union
  • Worldgames
  • Deutscher Olympischer Sportbund
  • Interessengemeinschaft Nicht-Olympischer Verbände
  • Deutsche Sportjugend
  • Nationale Anti-Doping-Agentur
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend