Kata-Event 2014

Bericht vom Bundes-Kata-Intensivlehrgang und den 2. Offenen Deutschen Kata-Meisterschaften des DJJV am 21. und 22. Juni 2014

Von: Frederik Skidzun | 01.08.2014

Auch in diesem Jahr stand wieder ein ganzes Wochenende im Zeichen der Kata. Wie im Vorjahr wurden dabei Aus- und Fortbildung mit dem Wettkampf verbunden. Am Samstag, den 21.6., fand die diesjährige Bundesausbildung Kata des DJJV in den Katas Kodokan Goshin Jutsu, Kime no kata, Ju no kata und Itsutsu no kata statt. Tags darauf wurden die 2. Offenen Deutschen Katameisterschaften ausgetragen. Ausgerichtet wurde das Wochenende in der Judo Arena Maintal des Sportclub Budokan Meintal e.V. (Hessen).

Pünktlich um 10.30 Uhr erfolgte am Samstag das gemeinsame Angrüßen aller Teilnehmer und Referenten mitsamt der Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung durch Harald Born (VP Breitensport, DJJV), Dirk Schumeier (Direktor Stilarten, DJJV) und Juan de la Fuente (Referent Kata, DJJV). Nach einer kurzen Vorstellung der Referenten und einem gemeinsamen Warm-Up verteilte sich das ca. 100 Personen umfassende Teilnehmerfeld auf die unterschiedlichen Matten.

Die zahlenmäßig größte Gruppe wurde von Klaus Hanelt und Klaus Gilbert betreut, welche die Kodokan Goshin Jutsu unterrichteten. Das Beherrschen dieser Kata ist Voraussetzung, um im Jiu-Jitsu den 1. Dan zu erreichen. Einen erfahreneren Referenten als Klaus Hanelt kann es dabei wohl kaum geben. Als hochdekorierter Judoka im Range eines 8. Dan ist Mitglied und anerkannter Lehrer des Kodokan (Tokio). Im Deutschen Judo Bund bekleidete er lange den Posten des Katareferenten und war auch in seinem hessischen Heimatverband in zahlreichen Bereichen aktiv. Ein- bis zweimal im Jahr reist er bis heute nach Japan zum Kodokan. Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung, speziell im Bereich Kata, konnte Klaus alle Fragen und Unklarheiten der Teilnehmer in Bezug auf diese erste Kata restlos ausräumen. Die Sportler waren begeistert!

Die Kime no kata wurde in diesem Jahr von Alex Ecker und seinem Partner Wolfgang Dittmer gelehrt. Wie bereits im vergangenen Jahr leitete Bernd Linn mit seiner Partnerin Britta Rauber wieder die Ju no kata an, während Uwe Gehrisch, der ebenfalls bereits im Vorjahr als Referent aktiv und geschätzt war, und Carlos de la Fuente die Teilnehmer in der Itsutsu no kata unterwiesen. Auch hier konnten sich die Organisatoren über ein durchweg positives Echo der Teilnehmer freuen, denn das Seminar wurde nicht nur zur intensiven Prüfungsvorbereitung genutzt, sondern ebenso zum Erlangen der Prüferlizenzstufe 2, welche zur Abnahme von Jiu-Jitsu-Danprüfungen berechtigt, sowie als Fortbildungsmodul zur Trainerausbildung Jiu-Jitsu.

Die Mitglieder der Bundesprüferkommission Jiu-Jitsu (BPK) Detlef Kersten, Stephan Wolf, Dirk Schumeier und René Sallier waren während der gesamten Veranstaltung zugegen und nutzten die Zeit sowohl für Hospitationen auf den einzelnen Matten sowie zum anschließenden fachlichen Austausch mit den Referenten und Referentinnen. Großer Wert lag dabei auf der Qualitätssicherung sowie darauf, die Kompatibilität des Ausbildungslehrganges mit den Anforderungen der Danprüfungen sicherzustellen.

Nach ca. sieben Stunden endete die erste Veranstaltung des Wochenendes und die Teilnehmer aus zehn Bundesländern konnten sich zufrieden auf das am Abend stattfindende Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft einstimmen. Die Arbeit der BPK war damit jedoch noch nicht getan. Nachdem sich die BPK-Mitglieder unter Leitung von Dirk Schumeier bereits morgens zu ihrer Tagung zusammengefunden hatten, führten sie ihre Besprechungen während der Seminarpausen sowie am Abend fort. Neben der Qualitätssicherung standen auch die neu verabschiedeten Änderungen der Prüfungsordnung und die Kata-Durchführungsbestimmungen auf der Tagesordnung. Darüber hinaus lag großes Gewicht auf der Zusammenarbeit mit der Bundeskatabewerterkommission, mit der ebenfalls ein reger und fruchtbarer fachlicher Austausch stattfand. Zudem wurde die Technische Arbeitstagung Jiu-Jitsu fachlich vorbereitet, die im Rahmen des Kompetenzwochenendes des DJJV vom 10. bis 12. Oktober 2014 in der Sportschule Hachen durchgeführt wird.

Am nächsten Morgen fand sich ein Großteil der Sportler wieder in der Judo Arena Maintal ein, um – aktiv oder passiv – den 2. Offenen Deutschen Katameisterschaften beizuwohnen. Mehr als 30 Sportler aus acht Bundesländern stellten sich dem Wettkampf in den vier Kategorien Kodokan Goshin Jutsu, Kime no kata, Ju no kata und dem erstmals ausgetragenen Jugendkatapokal.

Erstmals nutzten einige Teilnehmer der ODKM die Möglichkeit, die Kata von den Bundeskatabewertern für die Anerkennung zur Danprüfung bewerten zu lassen. Diese Neuerung ist an strenge Bedingungen geknüpft, z.B. muss die Bewertung durch Bundeskatawerter erfolgen. Deshalb besteht derzeit diese Möglichkeit nur bei der offenen Deutschen Katameisterschaft.

In der Kodokan Goshin Jutsu, der größten Klasse, setzten Bernd Linn und Britta Rauber (Saarland) eindrucksvoll durch. Dieter Münnekhoff und Michael Hofmann (Nordrhein-Westphalen) siegten in der Kime no kata, während Felix und Birgit Martin (Hessen) die Offene Deutsche Meisterschaft in der Klasse Ju no kata gewannen. Für Felix Martin war es bereits der zweite Titel in zwei Jahren, denn 2013 war er bereits Deutscher Meister der Kime no kata geworden (die vollständigen Platzierungslisten finden sich am Ende des Beitrages). Mit großer Spannung war zudem der erstmals ausgetragene Jugendpokal erwartet worden, bei welchem eine freie, auf Angriffen der Kodokan Goshin Jutsu basierende Kata zu demonstrieren war (das Journal berichtete). Hier konnten sich Luca Lück und David Bartusel ganz oben auf dem Treppchen platzieren – ein Erfolg, der Hoffnung auf weitere Titel geweckt haben dürfte!

Hervorzuheben ist neben den starken Leistungen der Sportler und Referenten an beiden Tagen insbesondere die hervorragende Organisation der Veranstaltungen. Neben dem reibungslosen Ablauf, der durch die Planung Dirk Schumeiers, Juan de la Fuentes und René Salliers gewährleistet wurde, wartete auch der Ausrichter SC Budokan Maintal mit einer sehr guten Organisation auf, die nicht nur die Vorbereitung der Hallen, sondern auch das leibliche Wohl der Teilnehmer umfasste. Eine durchweg gelungene Veranstaltung!

 

Platzierungen 2. Offene Deutsche Katameisterschaften (erstgenannte Sportler als Tori, zweitgenannte als Uke):

 

Kodokan Goshin Jutsu

1. Platz: Bernd Linn und Britta Rauber (Saarland)

2. Platz: Christian Gawert und Johanna Kasper (Sachsen-Anhalt)

3. Platz: Britta Fiedler und Alexander Kuhl (Nordrhein-Westfalen)

 

Kime no kata

1. Platz: Dieter Münnekhoff und Michael Hoffmann (Nordrhein-Westfalen)

2. Platz: Michael Hecker und Daniel Booß (Baden-Württemberg)

3. Platz: Frank Gilbert und Nico d’Heureuse (Baden-Württemberg)

 

Ju no kata

1. Platz: Felix Martin und Birgit Martin (Hessen)

2. Platz: Fabian Spamer und Matthias Birk (Hessen)

3. Platz: Ulrich Bröckel und Elke Bröckel (Rheinland-Pfalz)

 

 

Text: Frederik Skidzun

Fotos: Juan de la Fuente, Claudia Blumenberg

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