Lernen mit Herz, Kopf und Verstand

Von: Anja Sell | 29.11.2017

Während des Kompetenzwochenendes in Hachen fand Anfang November auch das Jugendleitermodul Erlebnispädagogik statt. Knapp 20 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren angereist, um sich in dem Bereich fortzubilden oder ihr Wissen aufzufrischen.  Theorie und Praxis wurden durch die Referenten Michael Korn, Enno Häberlein und Annemarie Besold vermittelt, die natürlich durch weitere Mitglieder des Jugendlehrteams unterstützt wurden. Im weiten Sinne lässt sich der Begriff „Erlebnispädagogik“ als eine handlungsorientierte
Methode definieren, die alle Aktivitäten umfasst, „welche die Natur und/oder Abenteuer,
Spiele, Initiativen als Medium benutzen, um ein erzieherisches, weiterbildendes,
entwicklungsförderndes oder therapeutisches Ziel zu erreichen“. Hierzu zählen sowohl Aktivitäten, die in der freien Natur, stattfinden als auch solche, die in Räumen und Einrichtungen, erfolgen. In der Erlebnispädagogik wird davon ausgegangen, dass Menschen durch ihr eigenes Handeln und ihr Erleben direkter und leichter lernen. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist die intensive Reflexion über die Erfahrungen und die Handlungen der einzelnen Teilnehmer. Erst durch das Reflektieren und somit das Bewusstwerden, ist ein Transfer der erworbenen Kompetenzen in die Alltagssituationen möglich. Im Gegensatz zu anderen Maßnahmen weist die Erlebnispädagogik einen ganzheitlichen Ansatz auf. Das Lernen findet auf unterschiedlichen Ebenen statt und wird durch verschiedene Elemente vermittelt. Die Erlebnispädagogik beabsichtigt, die Teilnehmer in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und sie zu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten. Die Bandbreite der Maßnahmen erstreckt sich unendlich weit. Sie beginnen mit erlebnispädagogischen Spielen im Haus und im Freien, gehen weiter über Tagesgeländespiele, Wildwasserfahrten, Höhlenexpeditionen oder Reiseprojekte über mehrere Wochen und Monate. Im Rahmen der Praxiseinheiten lernten die Teilnehmer dann verschiedene Spiele zu Vertrauensbildung, Förderung der Teamfähigkeit oder Kooperation kennen. So wurde allen deutlich wie wichtig es ist, zu kommunizieren und miteinander zu arbeiten, um die Aufgabe als Team  zu lösen. Bei den Spielen und später auch bei den verschiedenen Parcours kamen einige an ihre Grenzen, die sie teilweise mit Unterstützung der Gruppe auch überwinden konnten. Bei erlebnispädagogischen Maßnahmen können vielfältige Gefahren für die physische und psychische Gesundheit der Teilnehmer bestehen. Daher ist es als Trainer/Übungsleiter bereits im Vorfeld wichtig, eine intensive Sicherheitsvorsorge zu treffen. Dies wurde von den Referenten bei den jeweiligen Maßnahmen und des Übungsbetriebs immer wieder betont bzw. an Beispielen verdeutlicht. Weitere Bestandteile des Jugendleitermoduls waren erlebnispädagogische Spiele wie Gotcha oder Gladiators, aber auch Entspannungsübungen wie Fantasiereisen. Um auch einen direkten Bezug zum Ju-Jutsu zu ziehen, stand der Sonntagvormittag unter dem Motto „Fallschule als Erlebnis“, das in eine Stuntschule mündete. Abschließend arbeiteten die Teilnehmer in Gruppen Vorführungen aus, die sie dann den anderen Teilnehmern präsentierten. 

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  • Interessengemeinschaft Nicht-Olympischer Verbände
  • Deutsche Sportjugend
  • Nationale Anti-Doping-Agentur
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend