Kulot Georg

Bayern

Ehem. DJJV Pressereferent

Tätigkeiten

 

Georg war über drei Jahrzehnte lang Erfolgstrainer und Fachbuchautor sowie fast 20 Jahre Pressereferent des DJJV und Redakteur des bundesweiten Fachmagazins Ju-Jutsu-Journal.

Nachfolgend das Interview, das er dem Ju-Jutsu Journal nach seinem Rücktritt Anfang 2010 gab:

 

JJJ:
Hallo Georg, seit diesem Jahr hast du ja dein Amt als Pressereferent und Redakteur des Ju-Jutsu Journals an Sabrina Merseburg abgegeben. Damit endet eine sehr lange Ära. Pressearbeit, Lehrbücher, spektakuläre Action-Fotos etc. waren schon lange vor Bestehen des Journals immer mit deinem Namen verbunden.

Wie bist du eigentlich zum Ju-Jutsu gekommen?

 

GK:
Manchmal weiß man ja nicht, wozu etwas gut ist – aber ausgerechnet mein fußballfanatischer Sportlehrer in der Grundschule war daran „schuldig“ (grinst): Der hat mich mit einem Fußball k.o. geschossen. Von diesem „Schock“ habe ich mich nie erholt, kann noch heute nichts mit Bällen anfangen und war immer Individualsportler – erst Turnen, dann Schwimmen.

Mein Interesse am Kampfsport erwachte 1975/76 mit der Fernseh-Serie „Kung Fu“ um den Shaolin-Mönch Kwai Chang Caine (selbst wenn dessen ungelenke Bewegungen heute eher lustig wirken). Auch die Filme von/mit Bruce Lee haben mich begeistert. Ich wollte dann Karate machen und habe mich, da meine Eltern das zu "brutal" fanden, mit gefälschter Unterschrift im Verein angemeldet. Hauptsächlich aus Büchern habe ich mir das Ganze angeeignet und trotzdem als einziger die erste Prüfung überspringen können.

Gegen Ju-Jutsu hatten meine Eltern dann aber nichts einzuwenden, vor allem weil sie das fälschlicher Weise für eine Abart des Ringens hielten. Völlig fanatisch habe ich anschließend alles gemacht, was mit Kämpfen zu tun hatte (Judo, Boxen, Karate, Nunchaku (war damals noch nicht verboten), Stockkampf, Messerkampf…).

 

JJJ:
Hast du im Ju-Jutsu auch selbst Erfolge zu verzeichnen?

 

GK:
Kämpfen hat mich immer sehr gereizt und mit den Erfahrungen aus anderen Kampfsportarten war ich am Anfang des Ju-Jutsu-Wettkampfs auch „ganz gut dabei“. Neben Einzelerfolgen bei Landes- und Gruppenmeisterschaften wurde ich unter anderem Deutscher Mannschaftsmeister. Aber ehrlich gesagt, war ich nie der Kämpfertyp. Persönlich als große Erfolge sehe ich daher eher an, dass mehrere meiner Schüler zu den besten Kämpfern Deutschlands zählten. Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft 1992 war mein Verein, der VfL Waldkraiburg (östl. von München), mit 2 von 7 Goldmedaillen bundesweit der „große Gewinner“! www.ju-jutsu-waldkraiburg.de

 

JJJ:
Du warst also vor allem als Trainer und Lehrer „gut“?

 

GK:
Genau! Und schon damals habe ich angefangen, Lehrunterlagen zu erstellen, anfangs allerdings nur für meinen Verein. Diese Sammlung wurde dann so umfangreich, dass ich sie (ohne Hoffnung auf Veröffentlichung) an den FALKEN-Verlag geschickt habe. Interessanter Weise fanden die das gut und haben 1986 mein erstes Buch „Ju-Jutsu als Wettkampf“ europaweit heraus gebracht. Als ich dann auch noch für das frei am Kiosk erhältliche „KARATE/BUDO-Journal“ den Bericht zur ersten Deutschen JJ-Meisterschaft 1987 in Berlin geschrieben habe, hat mich der Ju-Jutsu Verband Bayern gleich als Pressewart verpflichtet.

Nicht viel später wurde ich gefragt, ob ich auch bundesweit als Berichterstatter für die Sektion Ju-Jutsu im Deutschen Judo-Bund fungieren könnte. Habe ich natürlich gerne gemacht!

Von da ab war ich als Fotograf und „Schreiberling“, als Kämpfer und später als Kampfrichter, als Coach und als Lehrgangsleiter im „Dauereinsatz“.

 

JJJ:
Wie lässt sich so etwas Zeitintensives denn mit dem Privatleben vereinbaren?

 

GK:
Auf jeden Fall nur, wenn die Familie „mitspielt“. Ich habe meine Frau Elke beim Ju-Jutsu 1979 kennengelernt. Und wahrscheinlich wäre ich nie so weit gekommen, wenn sie bis zur Adoption unserer Tochter Jennifer 1992 nicht immer auch bei allem dabei gewesen wäre - das war fast jedes zweite Wochenende. Vor ihrer familiär bedingten Amtsaufgabe war sie selbst 3. Dan und Beauftragte für Frauenselbstverteidigung im bayerischen Verband. Wir haben auch gemeinsam das von 1990 bis 2000 aktuelle Standard-Lehrwerk „Ju-Jutsu Basistechniken“ erstellt. Vor dem Zeitalter der digitalen Fotografie noch ein ganz schön aufwändiges Unterfangen.

JJJ:
Was war deine Rolle beim Ju-Jutsu Journal?

GK:
Ich habe es auf jeden Fall nicht „aus der Taufe gehoben“. Das war der Hamburger JJ-Verband, in Person Eberhard Molle und Siegmund Sobolewski. Ich war aber von Anfang an Mitarbeiter und habe später, 1999 oder 2000, die Redaktion von Petra Riedel, Bayern, übernommen. Die Optik hat sich in dieser Zeit von „Schülerzeitung in schwarz/weiß“ bis zum heutigen Erscheinungsbild verbessert – Verdienst der Layouter Josef Poos und aktuell Stefan Korte.

Da sich die Landesverbände einer Übersendung an alle Mitglieder bis heute verweigern, ist die Auflage mit gut 2000 leider immer noch eher gering. Über 40.000 wäre preisgünstig möglich! Vielleicht kann meine Nachfolgerin da etwas bewegen. Ich wünsche ihr diesbezüglich viel Erfolg!

 

JJJ:
Wenn man so lange aktiv war – wie geht es denn jetzt ohne Journal mit dir weiter?

 

GK:

Schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht. Ich gehöre beruflich seit 1985 zu einer Einsatzeinheit der Polizei (interessante und abwechslungsreiche Zeit), habe mich aber kürzlich wegen meiner „Liebe zum Journalismus“ zur Redaktion der Mitarbeiterzeitung „Bayerns Polizei“ im Bayerischen Innenministerium beworben. Das Ergebnis weiß ich noch nicht, weil es da natürlich auch andere fähige Bewerber gibt. (Anmerkung, später eingefügt: Hat leider nicht geklappt)

Dass ich die Arbeit im DJJV abgegeben habe, lag übrigens nicht an Querelen oder Arbeitsmüdigkeit, sondern daran, dass ich mich aufgrund einer sehr schweren Krankheit meiner Tochter mehr der Familie widmen wollte. Ich habe dem DJJV und meiner Nachfolgerin daher mitgeteilt, dass ich – wenn es zeitlich machbar ist – gerne aushilfsweise weiterhin zur Verfügung stehe. Mal sehen…

 

JJJ:
Wie empfandest du deine Zeit als Presse-Chef beim Ju-Jutsu?

 

GK:
Manchmal gab es schon Stress – insbesondere wenn ich auch unangenehme, nicht verbandskonforme Dinge klar auf den Tisch gebracht habe. Aber insgesamt erinnere ich mich vor allem an tolle Aufenthalte und Erlebnisse mit dem Nationalkader und meinen Vorstandskollegen, allen voran Bundestrainer Roland Köhler den ich seit über 25 Jahren kenne und schätze, bei Events in Japan, Uruguay, Taiwan und zahllosen europäischen Städten. Eine tolle Zeit! Dafür bin ich sehr dankbar, und das werde ich auch vermissen!

 

JJJ:
Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dir für die Zukunft beruflich, sportlich und privat viel Erfolg. Vielleicht dürfen wir ja gelegentlich weiterhin von dir hören…

Erfolge

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Sonstiges

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  • Internationale Jiu-Jitsu Federation
  • Worldgames
  • Deutscher Olympischer Sportbund
  • Interessengemeinschaft Nicht-Olympischer Verbände
  • Deutsche Sportjugend
  • Nationale Anti-Doping-Agentur
  • Bundesministerium des Inneren
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend